Freiheit! (31.8.2011)

Die Natur, unser Alltagsleben, funktioniert in der Regel analog. Wir versuchen zwar, es für unsere Wahrnehmung zu digitalisieren, doch das ist nur eine Illusion, um uns die Bewertung zu erleichtern. Wir sagen "ein Schritt", doch dieser Schritt ist mal 70cm, mal 85cm lang. Wir fahren digitale "50", genaue Messungen würden jedoch zeigen, daß wir analoge 49,873.661 km/h schnell sind. Ein halbvolles Glas ist eine analoge Schätzung, keine präzise Inhaltsangabe.

Wir pressen die Ungenauigkeit in eine Abzählbarkeit. Digital, von lateinisch "digitus", der Finger, bedeutet abzählbar. Ein Apfel, zwei Äpfel, drei Äpfel - unterschiedlich groß, aber jeweils ein ganzer Apfel. Halbe und viertel Äpfel erfordern ein Eingreifen, einen Schnitt mit einem Messer. Die Natur aber auch ganz klar unterscheidbare digitale Zustände, das "Ja" und das "Nein". Ein Meteor trifft die Erde oder er trifft sie nicht - zwei klar unterscheidbare Zustände. Ein Damm hält oder er hält nicht. Und der bekannteste digitale Zustand: Eine Frau ist schwanger oder sie ist es nicht. Ein bißchen schwanger geht nicht.

Meines Wissens war es die Polizeibehörde von New York, die einen digitalen Maßstab für die Verwahrlosung eines Stadtviertels eingeführt hat: "First broken window", das erste zerbrochene Fenster, das nicht repariert wird. Dieses Fenster ist scheinbar nicht schlimm, eine Sperrholzplatte dichtet die Lücke ab. Aber: möchten SIE Sperrholzplatten statt Fensterscheiben? Wer das hinnimmt, dem fehlt das Geld zur Reparatur. Nicht nur ihm, sondern auch seinen Nachbarn, Bekannten, Freunden, die ihm das Geld für die Fensterreparatur nicht leihen oder schenken können.

Damit beginnt die Spirale nach unten. Wo das Geld für das erste zerbrochene Fenster fehlt, da fehlt ebenfalls das Geld für das zweite und dritte zerbrochene Fenster. Die Leute in diesem Viertel lassen sich gehen, an den Sperrholzplatten sehen sie die Hoffnungslosigkeit. Bald liegt Müll auf den Straßen, Kriminalität zieht ein... Das Sprichwort "Wehret den Anfängen" zeigt so seine Berechtigung. Das erste Fenster hätten ein paar Dollar oder Euro beseitigt, es nicht zu tun kostet Millionen.

Die Freiheit ist kein analoger, sondern ein digitaler Wert, das wird sehr oft übersehen. "Ein bißchen frei" kann man überall sein, ein bißchen frei war man in der DDR in seinen eigenen vier Wänden, ein bißchen frei ist man selbst in Birma und Nordkorea. Nur ist ein bißchen frei das Gegenteil der Freiheit. Die Freiheit endet mit dem "first broken window", ihrer ersten Einschränkung.

Die Freiheit ist weltweit ein hohes Gut, oft so hoch gehalten, daß sie unerreichbar bleibt. Die "Freie" Deutsche Jugend hatte weniger Freiheiten als die Hitler-Jugend, der "Freie" Deutsche Gewerkschafts-Bund war eine Einheitsgewerkschaft wie die Deutsche Arbeits Front. Die Freiheit steht in Verfassungen und Grundgesetzen, doch sobald jemand näher hinsieht, findet er nicht nur zerbrochene Fenster, sondern verwahrloste Stadtteile.

Die BRD rühmt sich ihrer "freiheitlich-demokratischen Grundordnung", sie bezeichnet sich stolz als den "freiesten Staat auf deutschem Boden". Die BRD ist zwar kein Staat, sondern immer noch eine Besatzungsverwaltung, weil alle Rechte der alliierten Siegermächte auch im "2+4-Vertrag" der "Wiedervereinigung" festgeschrieben worden sind. Ich werde im Folgenden trotzdem den Begriff "Staat" verwenden, zum einen, weil wir in Merkeldeutschland nichts anderes haben, zum anderen, weil diese Verwaltung unter Fremdherrschaft gegen die Bürger wie ein Staat wirkt.

Wobei bereits das das erste "broken window" darstellt: Ein Staat, der selbst unter den Staaten der Welt nicht frei ist, kann seinen Bürgern keine Freiheit gewähren. Malta, Andorra, Liechtenstein sind freie Staaten, der Irak, Afghanistan und die Bundesrepublik Deutschland sind es nicht. Nordkorea, Birma, Saudi-Arabien oder Kuba - die repressiven Staaten der Erde gleichen Pferden, die von ihren Reitern drangsaliert werden. Die BRD ist ein Pferd, das nicht nur unter seinem Reiter leidet, sondern auch noch an der Leine geführt wird.

Wir kennen die schönen, spektakulären Bilder der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten. Diese Bilder werden uns gerne vorgeführt, um die Barbarei von "Nazideutschland" herauszustreichen. Diese Barbarei findet in Merkeldeutschland im selben Maße statt, nur geschieht sie nicht selbstbewußt und symbolträchtig vor aller Augen, sondern viel effizienter im Hintergrund. Was Goebbels an einem einzigen Tag inszenierte, passiert heute tagein, tagaus, Jahr für Jahr, in stummer, hintergründiger Effizienz.

Die BRD bezeichnet sich als freies Land, als "wehrhafte Demokratie", doch das Vertrauen in die eigene Kraft, die im Wort "Wehrhaftigkeit" ausgedrückt wird, fehlt diesem Regime zur Gänze. Was ist eine Demokratie wert, die sich immer wieder über den erklärten Willen der Bürger hinwegsetzt? Der Obrigkeitsstaat behauptet, sich durch freie und allgemeine Wahlen demokratisch zu legitimieren, gibt ungeniert vor, daß alle Staatsgewalt vom Volke ausgehe - dabei sind alle Mechanismen dieser "repräsentativen Demokratie" darauf abgestellt, eben dieses Volk so weit wie möglich von der Staatsgewalt auszuschließen.

Natürlich können Sie wählen, aber nur jene Leute, die sich in den Parteien gegenseitig auf die Wahllisten gesetzt haben. Natürlich bekommen Sie Wahlprogramme der Parteien, die Sie als Entscheidungsgrundlage für Ihre Stimmabgabe hernehmen. Doch diese Wahlprogramme sind am Wahltag um Punkt 18:00 Uhr Makulatur, denn sobald die Wahllokale geschlossen haben, wird die Macht wirklich verteilt. Dann werden Koalitionsverträge ausgehandelt, Kompromisse geschlossen, die keinem Wähler das geben, weswegen er seine Stimme abgegeben hat.

Als Wähler sind wir der Souverän dieses Staates, erklärt man uns. Kennen Sie den Film "Der letzte Kaiser"? Ein Dreijähriger auf dem Thron Chinas war der Souverän. Regiert hat seine Großmutter, regiert haben die Eunuchen, die Minister, die Beamten - wie in Merkeldeutschland auch. Immerhin, vor dem Kindkaiser haben sich diese Herrschaften noch verneigt, die Soldaten sind auf die Knie gefallen. Der deutsche Wähler darf sich zu Füßen der Politiker versammeln, wenn diese geruhen, eine Rede oder eine Podiumsdiskussion abzuhalten, oder sie dürfen diese Herrschaften aus der Ferne bewundern, wenn sie im Fernsehen auftreten und das Geld der Steuerzahler auf internationalen Konferenzen an Pleitestaaten verschenken.

Die Freiheit in Merkeldeutschland endet, und da endet sie sogar massiv, wenn es um die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geht. Da werden "Tagesschau" und "Heute" zur "Aktuellen Kamera" oder zur "Deutschen Wochenschau", da erlebt Eduard von Schnitzlers "Schwarzer Kanal" in Guido Knopps Dokumödien seine Auferstehung. Wer behauptet, im Sommer 1937 habe die Sonne geschienen, läuft bereits Gefahr, als "Nazi" bezeichnet und der "Verherrlichung des Nationalsozialismus" geziehen zu werden.

Wir sind inzwischen so weit, daß die erste Strophe des Deutschlandlieds, sollte sie versehentlich irgendwo gespielt werden, als "Nazi-Hymne" bezeichnet wird. Das Deutschlandlied ist fast hundert Jahre älter als die "Nazis", als Hymne war und wird es in der Weimarer Republik, im "Dritten Reich" und in der BRD benutzt. Die erste Strophe wurde bis 1945, die dritte Strophe ab 1948 als Text der Hymne benutzt. Alle drei Strophen zu singen ist nicht verboten, Aufnahmen davon werden frei verkauft. Nur die Journalisten in den qualitätsfreien Medien kommen auf den idiotischen Gedanken, dort Ideologie hineinzupacken.

Wir haben nicht nur eine Kanzlerin aus der ehemaligen DDR, wir übernehmen auch deren Dummheiten. Der Text der DDR-Hymne, das "Auferstanden aus Ruinen", wurde unter Honecker nicht mehr gesungen, weil dort "Deutschland, einig Vaterland" vorkam. Gegen die erste Strophe des Deutschlandlieds wird nicht mit Langemarck argumentiert, als Tausende Kriegsfreiwillige mit diesem Lied auf den Lippen in den Tod gestürmt waren, sondern damit, daß mit "Deutschland, Deutschland über alles" nicht die Liebe zum Vaterland, sondern ein Weltmachtanspruch ausgedrückt werde. Außerdem sei "Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" ein geschichtlich überholter Gebietsanspruch.

Wenn die Engländer mit Maschinengewehren den Mahdi-Aufstand niederwerfen, ist das für das deutsche Fernsehen eine Verteidigungsaktion. Wenn Deutsche mit Maschinengewehren den Herero-Aufstand bekämpfen, wird das als Völkermord bezeichnet. Wenn Deutsche das gut verteidigte Coventry bombardieren, eine Industriestadt, die für die britische Luftwaffe produziert, sind 900 Tote ein Kriegsverbrechen. Wenn Briten und Amerikaner das unverteidigte, mit Flüchtlingen überfüllte und ansonsten nicht kriegswichtige Dresden in drei Angriffswellen förmlich ausradieren, dann sind offiziell noch zugestandene 25.000 Tote notwendige Kriegsopfer. Wobei inoffizielle Zahlen von bis zu 600.000 Toten sprechen, doch wenn es um Deutsche geht, werden die Zahlen ausschließlich nach unten korrigiert.

Geht es um Juden, muß als Gesamtergebnis immer sechs Millionen herauskommen, weil man sonst "den Holocaust leugnet". Was als Obergrenze eisern festgeschrieben ist, wird unter diesem Deckel wild hin- und hergebucht. Im Brockhaus, 19. Auflage von 1990, sind es drei Millionen Opfer in Auschwitz. In der Feierstunde des Bundestags von 2005 sind es eine Million. Andere offiziell nicht widersprochene Artikel sprechen von 350.000 Juden, früher war die offizielle Zahl vier Millionen. Eine Zahl zu nennen, solange sie nicht zu niedrig wird, ist statthaft. Mehrere Zahlen zu nennen, wird als "Unglauben" bezeichnet und ist strafbar. Folglich distanziere ich mich von allen diesen Zahlen, wo selbst die sogenannten seriösen Historiker nichts wissen, kann auch ich nichts als richtig bezeichnen.

Die neueste Angabe nach SPIEGEL sind drei Millionen Opfer der Wehrmacht und drei Millionen in den Konzentrationslagern. Das Vergasen ist als Tötungsmethode übrigens nicht so neu, schon Kaiser Franz Josef von Österreich hat Kriegsgefangene zu Millionen vergasen lassen. Nachgewiesen hat das niemand, und da er frecherweise mitten im ersten Weltkrieg hochbetagt 1916 gestorben ist, wurde er deswegen nicht als Kriegsverbrecher angeklagt. Und die sechs Millionen Juden, die im "Golodomor", der von Stalin ausgelösten Hungerkatastrophe in der Ukraine umgekommen sind, sind ebenfalls eine kaum noch bekannte Propagandalüge.

Im "finsteren Mittelalter" war die Jungfräulichkeit Mariens offenkundig, wer sie leugnete, wurde dadurch zum Ketzer. Und weil in der Bibel (Altes Testament) die Sonne angehalten wurde und nicht die Erde, war offenkundig, daß sich die Sonne um die Erde dreht. Kein damals Lebender war bei diesen Ereignissen dabei, mit eigenen Augen hat es folglich niemand gesehen. Es gab nur die Erzählungen in den Büchern, und die Forderung, daß dies wahr sein müsse, weil es eben in den Büchern steht.

Die nette Erzählung von der angehaltenen Sonne wird heute als von längst verblichenen Juden frei erfunden angesehen, selbst die Rahmenhandlung, in die sie eingeflochten ist, Moses und der Auszug aus Ägypten, haben nach Ansicht vieler Archäologen niemals stattgefunden. Der Film "Die zehn Gebote" ist damit eine fantastische Geschichte wie "Krieg der Sterne", mit dem kleinen Unterschied, daß die Vorlage zum Drehbuch bei "Die zehn Gebote" etwa 2.300 bis 2.500 Jahre alt ist. Deshalb gibt es heute mehr Vertreter der jüdischen als der Jedi-Religion.

Leider ist das finstere Mittelalter im selbsterklärten freiesten Staat auf deutschem Boden nicht zu Ende. Wer nach 1945 geboren wurde, kann rein biologisch nichts von den Judenverfolgungen und den Vorgängen in Konzentrationslagern gesehen haben. Er muß sich auf Berichte aus zweiter Hand verlassen, auf Erzählungen, Bilder und Filmberichte, die zum Zwecke der Rechtfertigung der Grausamkeiten der Siegermächte aufgeschrieben und aufgenommen worden sind. Wie im Mittelalter hat das als ausschließliche Wahrheit zu gelten, was da geschrieben und als Bilder gezeigt wird.

Sie dürfen die Mondlandung anzweifeln, Sie dürfen detailliert erklären, wieso diese Bilder und Filmaufnahmen im Studio erzeugt worden sind. Sie brauchen nicht zu behaupten, denn es ist inzwischen erwiesen, daß die Berichte über die Greueltaten der Soldaten Saddam Husseins bei der Besetzung Kuwaits frei erfunden sind. Auch die Bilder, mit denen US-Außenminister Powell 2003 die Produktion biologischer Waffen im Irak bewiesen hat, dürfen heute völlig zurecht als Fälschung bezeichnet werden.

Bilder, Berichte und Filme über "den Holocaust" mögen sich zwar widersprechen, Sie allerdings dürfen dem nicht widersprechen, denn damit rühren Sie an ein mittelalterliches Dogma. Und genau wie im Mittelalter wird argumentiert, wenn Sie "dem Offenkundigen" widersprechen und damit das leugnen, was Sie letztlich ganz sicher nicht wissen können.

Den SA-Mann neben dem jüdischen Geschäft, mit dem Schild "Deutsche, kauft nicht bei Juden!", haben Sie bestimmt schon gesehen. Es ist immer das gleiche Bild, immer derselbe SA-Mann. Es gibt offenbar sehr wenige Bilder, deshalb wird immer nur das eine gezeigt. Bilder mit "Boycott German Goods" und "Judea declares War on Germany" gibt es mehr, doch die werden nicht gezeigt, schon gar nicht in deutschen Büchern und Fernsehsendungen. Das Sinnbild der "Reichskristallnacht" (heutige Bezeichnung "Reichsprogromnacht") ist die Kuppel einer brennenden Synagoge in Berlin. Diese Synagoge hat mit dem 9. November 1938 nichts zu tun, da wurde sie nicht angetastet. Gebrannt hatte sie nach einem Bombenangriff der Briten auf Berlin, aber das paßt ja nicht in die Geschichte, die man damit vortäuschen möchte.

Ja, es gab damals Judenverfolgungen. Verfolgt wurden auch Kommunisten, Zeugen Jehovas (damals "Bibelforscher"), Gewerkschafter, Zigeuner und Schwule. Dieser ganze Rest wird heute zumeist totgeschwiegen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland darf sich als moralische Instanz aufspielen, die über Deutschland urteilen will. Die Kommunisten hingegen wurden in der frühen BRD ebenso ins Gefängnis geworfen wie zwanzig Jahre zuvor, und die Zeugen Jehovas haben aus ihrer Verfolgung nie besondere Rechte abgeleitet.

Eine Minderheit zu verfolgen, ist Unrecht, eine Minderheit zu privilegieren ebenfalls. Vor 75 Jahren mögen Staatsanwälte und Richter Juden nachgestellt haben, wegen Äußerungen, die eventuell den Deutschen mißfallen könnten. Heute werden von Staatsanwälten und Richtern Deutsche verfolgt, wegen Äußerungen, die eventuell den Juden mißfallen könnten. Das Vorzeichen hat gewechselt, das Unrecht ist das gleiche geblieben. Die furchtbaren Juristen, die 1945 noch zwangsrekrutierte Kinder als Deserteure verurteilt haben, werden ihr Gegenstück in jenen Richtern finden, die noch Holocaust-Urteile fällen, wenn die BRD sich bereits in völliger Auflösung befindet.

Wir leben in einer Orwell-Welt, in der die Vergangenheit manipuliert wird, um die Zukunft zu beherrschen. Wir leben in einem Spitzel- und Überwachungsstaat, in dem Denunzianten wie einst ihre "staatsbürgerliche Pflicht" tun. Wir leben in einer Freiheit, die zur Meinungs-Sklaverei entartet ist. Wir bekommen erklärt, daß völkerunterwerfende Kriege nötig sind, um den Frieden zu schaffen. Wir werden in Unwissenheit gehalten, um die Stärke des Regimes zu fördern.

Das, was sich "Staat" nennt, diskriminiert seine eigenen Bürger. Frauen-, Gleichstellungs-, Intergrations- und Ausländerbeauftrage sorgen dafür, daß Leistung diskriminiert und Nichtleistung belohnt wird. Willige Vollstrecker in der Justiz entschuldigen Gewaltverbrechen, die Deutschen angetan werden, um gleichzeitig Deutschen ihre Meinung und das freie Wort zu verbieten. Mit deutschem Geld wird Europa aufgebaut, während deutsche Straßen zu Schlaglochpisten wie einst in der DDR verrotten.

Das erste zerbrochene Fenster führt zur Verwahrlosung eines ganzen Stadtbezirks, wenn nicht eingeschritten wird. Was heutzutage Freiheit genannt wird, ist weit mehr als dieses erste zerbrochene Fenster. Der geistige Müll liegt längst auf den Straßen, Banden von Gedankenverbrechern lungern mit Staatsgehältern herum und überfallen die letzten Rechtschaffenen, die noch nicht weggezogen sind.

Im Grundgesetz steht die Freiheit der Weltanschauung. Sie ist eine der wenigen Freiheiten, die nicht gleich im nächsten Absatz durch ein Bundesgesetz außer Kraft gesetzt wird. Sie haben die staatlich garantierte Freiheit zu glauben, was immer Sie möchten. Sie haben nur nicht im geringsten die Freiheit, diese Gedanken auch zu äußern. Denken Sie unerwünscht, werden Sie zum "Nazi" erklärt. Der "Kampf gegen Rechts" ist ein klarer Verstoß gegen die Freiheit der Weltanschauung, der in den Rang eines Staatsprinzips erhoben wird.

Oh ja, Sie sind frei als Deutscher, so frei wie ein Schaf in seinem Pferch. Sobald Sie Ihre Nase aus diesem Pferch strecken, fallen die Hunde der Meinungskontrolle über Sie her. Sie leben in einem Land, in dem Sie ständig gegängelt werden, in dem Ihnen so gut wie nichts selbst überlassen wird. Sie können gute Plätzchen backen? Fein! Wenn Sie die im Bekanntenkreis verschenken, ist alles in Ordnung. Ansonsten brauchen Sie einen Meisterbrief, einen Gewerbeschein, stehen unter der Aufsicht von Gesundheitsamt und Berufsgenossenschaft, arbeiten Sonderschichten fürs Finanzamt und hangeln sich mühevoll am Bankrott vorbei. Der Türke in seiner Döner-Bude lacht Sie aus!

Dieses Land, mit allen seinen Regelungen und Gängelungen ist nicht frei, seine Bürger sind nicht frei, und es ist keine Demokratie. Unsere Gesetze, Regelungen und Vorschriften füllen Regale, und viele davon sind nur entstanden, weil der Eine dem Anderen die Freiheit mißgönnt. Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden - dieser schöne Satz wird immer wieder zitiert, auch von denen, die alle Freiheiten einschränken, wo immer sie können. Dabei sind alle Gesetze, wirklich alle, in einem einzigen Satz enthalten, einem Kinderreim:

Was du nicht willst, daß man dir tu', das füg' auch keinem Andern zu!

Man kann es mit dem Kant'schen Imperativ formulieren, oder auch so: Jede Freiheit, die du einem anderen nimmst, ist eine Freiheit, derer du dich selbst begibst. Biblisch läßt es sich so ausdrücken: Was immer du deinem Nächsten zufügst, das hast du dir selbst angetan. Ich möchte noch einen letzten Sinnspruch anführen: Wer sein Heimatland in ein Gefängnis verwandelt, ist gezwungen, in diesem Gefängnis zu leben.

Die letzte Frage ist die nach dem Warum. Warum tun Menschen sich das gegenseitig an? Sind das allesamt gekaufte Verräter? Ja, ein paar sind es tatsächlich. Die große Zahl der Mitläufer, die Schergen des Systems, die für die Inquisition, Stalin, Pol Pot und Honecker gearbeitet haben, die heute für Merkeldeutschland oder den lieben Führer von Nordkorea arbeiten, tun dies aus simplem Pflichtgefühl. Sie glauben, das Richtige zu tun, wenn sie die Aufseher in dem Gefängnis spielen. Sie verweigern sich der Erkenntnis, daß ihnen mit ihren kleinen Gehältern die eigene Freiheit abgekauft wird.

Wer also ist zu bedauern? Der Gefangene, der um seinen Status weiß, oder der Wärter, der genauso im Gefängnis sitzt und sich trotzdem frei in seinen Entscheidungen wähnt, ganz nach Dienstvorschrift? Die Gefangenen haben die Chance auf Freiheit, die Wärter hingegen allesamt lebenslänglich.

© Michael Winkler