Finanzielle Vorsorge (19.9.2007)

Nach mehreren Anrufen und E-Mails zu diesem Thema möchte ich es hier aufgreifen und es möglichst allgemein beantworten.

Ich muß vorausschicken, daß ich hierbei von einem Szenario ausgehe, das massive Turbulenzen bis hin zum Absturz des Weltwirtschaftssystems beinhaltet. Wenn Sie annehmen, daß die nächsten zehn bis fünfzig Jahre alles so weiterlaufen wird wie in der Vergangenheit, dann brauchen Sie nichts zu unternehmen und können diesen Text mit amüsierter Gelassenheit lesen.

Warum ich mit einer Krise rechne

Diese Krise ist nicht der Absturz des DAX um 2.000 Punkte, sie bedeutet auch nicht den Anstieg der Benzinpreise auf über 1,80 Euro. Solche "Zwischenfälle" kennen wir von 1987 oder 1973. Die Weltwirtschaft hat jenen Aktiensturz und die Ölkrise sehr gut gemeistert. Eine richtige Krise mit nachfolgender Depression hatten wir weltweit 1929, eine andere in Deutschland 1923. Die bevorstehende Krise wird beide Ereignisse im weltweiten Maßstab vereinigen.

Seit 1971 haben wir auf der Welt ein reines Papiergeldsystem. Der Dollar ist "fiat money", Geld, das zu Zahlungsmitteln erklärt wird - Geld mit eingebautem Polizeiknüppel. Früheres Papiergeld war werthaltig gedeckt, entweder durch den staatlichen Grundbesitz (wie die Rentenmark ab 1923) oder durch Gold (im Kaiserreich). Der 100-Mark-Schein des Jahres 1900 verbriefte Ihnen eine Forderung auf 36,6 Gramm Gold, der 100-Mark-Schein des Jahres 1925 verbriefte Ihnen einen winzigen Anteil am Staatsland. Der 100-Euro-Schein des Jahres 2007 verbrieft Ihnen einen gesetzlich festgelegten Wert von 100 Euro.

Die grundsätzliche Funktion als Zahlungsmittel haben alle drei Geldscheine erfüllt. Die beiden historischen Scheine hatten jedoch eine eingebaute Mengenbegrenzung, weil eben nicht beliebig viel Gold oder Land vorhanden war. Im ersten und im zweiten Weltkrieg wurde die Mengenbegrenzung aufgehoben und in großem Umfang Geld gedruckt. In beiden Fällen folgte danach eine Währungsreform, eine Entwertung des überzähligen Papiers.

Heutiges Geld unterliegt keiner Mengenbegrenzung, es kann in beliebiger Menge geschaffen werden (deshalb heißt es ja "fiat money", "es werde Geld"). Wenn die Geldmenge von 100 auf 150 steigt, die Warenmenge aber auf 100 konstant bleibt, dann steigen die Preise für die Waren. Die Inflation, die Ausweitung der Geldmenge, führt zu höheren Preisen bei den Waren.

Die USA haben es geschafft, ihre Währung zum Wertmaßstab der Weltwirtschaft zu erheben, indem die Rohstoffe der Welt in US-Dollar abgerechnet werden. Solange jeder Staat Öl benötigt und dieses Öl in Dollar bezahlt werden muß, benötigt jeder Staat Dollar. Aus diesem Grund werden auch die anderen Weltwarenströme bevorzugt in Dollar abgerechnet.

Allerdings sind gerade die USA die Brandstifter im Weltwährungssystem. Ein Krieg führt dazu, daß viele Waren schlicht verbraucht werden, das Geld, mit dem diese Waren bezahlt worden sind, bleibt jedoch erhalten. Ja, Waffen und Munition sind ebenso Güter wie die Verpflegung der Soldaten, die Uniform, das Verbandsmaterial und die Leichensäcke bzw. Särge. Um diesen Krieg zu finanzieren (und eine Menge anderer Dinge), nehmen die USA Kredit auf. Dieser Kredit schafft aber neues Geld. Eine Milliarde Dollar Kredit steht bei den Kreditgebern als Vermögen (Forderung) in den Büchern, beim Staat als Schulden - und das Geld wird sogleich ausgegeben.

Das Vermögen der Kreditgeber ist eine verbriefte Forderung auf Geld - und was der Staat ausgibt, ist ebenfalls eine verbriefte Forderung auf Geld. Die Milliarde ist jetzt doppelt vorhanden - und jede Seite kann sie ausgeben. So wächst die Menge an Dollars unaufhörlich, während die Warenmenge nicht anwächst, da die durch diese Kredite geschaffene Produktion sofort im Irak verbraucht wird. Die Geldmenge inflationiert folglich.

Solange die Kreditgeber stillhalten, bleibt diese Inflation erträglich. Wenn jedoch die Kreditgeber anfangen, ihr angehäuftes Vermögen auszugeben, schießt die Inflation in die Höhe. Besonders reiche Kreditgeber sind übrigens die Chinesen, die mittlerweile 1.300 Milliarden Dollar besitzen, zumeist in Staatspapieren. Rußland und Japan halten ebenfalls viel mehr Dollars, als sie brauchen. Gelangt dieses Geld auf den Markt, steigen die Warenpreise und der Dollar verfällt.

Parallel dazu findet die Hypothekenkrise statt. Nicht nur in den USA sind die Immobilienpreise auf Rekordhöhen gestiegen, sondern auch in England, Irland oder Spanien. Im ersten Schritt passiert folgendes: Ein Haus, das für 250.000 Euro finanziert wurde (also einen Wert von 250.000 Euro hat), sinkt in der Korrekturphase auf 200.000 Euro ab. Es bleiben also 50.000 Euro Geld übrig, denen keine Ware mehr gegenübersteht. Dieses Geld steht bei der Bank in den Büchern, liegt bei den Käufern von Pfandbriefen im Depot und kursiert, da längst ausgegeben, irgendwo in der Wirtschaft.

Im zweiten Schritt wird dieser Kredit nicht mehr bedient. Die Bank versteigert das Haus, erlöst gerade einmal 125.000 Euro und muß, da der Kreditnehmer zahlungsunfähig ist, den Rest des Geldes abschreiben. Damit kann die Bank keine weiteren Kredite mehr vergeben, weil ihr schlicht und einfach das Geld fehlt.

Das Zuviel an Geld, das zu Preissteigerungen geführt hat, führt dazu, daß es nach einiger Zeit zu wenig Geld gibt. Und genau in diese Phase treten wir demnächst ein.

• Die gewaltig angestiegene Geldmenge führt zur Inflation. Anzeichen dafür sind die Immobilienpreise und die Aktienkurse.

• Hohe Preise / Kurse führen zur Kreditausweitung. Brechen die Sicherheiten weg, werden die Kredite notleidend. Es gibt keine Kredite mehr und die Wirtschaft lahmt - es kommt zur Rezession.

• Mangelnde Kredite führen zu Bankpleiten und Bankschließungen. Es kommt zur Deflation, was in eine Depression einmündet.

• Gegenmaßnahmen sorgen dafür, daß die Märkte wieder liquide werden. Der Sturm auf die Sachwerte beginnt und führt zur Hyperinflation, welche die Depression verschlimmert.

• Ende der Globalisierung, Zusammenbruch der weltweiten Warenströme, Depression. Womöglich wird noch ein Fiat-Money-System aufgesetzt, das aber schließlich durch Gold ersetzt wird.

Geldanlagen

Die vermutlich beste Aktie des 20. Jahrhunderts war jene von Coca Cola. Mit Coca Cola haben Sie die Weltkriege so gut überstanden wie die Weltwirtschaftskrise. Wenn Ihr Urgroßvater im Jahr 1900 sein Vermögen in diese Aktie investiert hatte, waren Sie als sein Erbe im Jahr 2000 ein gemachter Mann. Jenem Hauptgewinn stehen zahllose Aktien gegenüber, die Ihr Erbe vernichtet hätten. Womöglich gibt es eine ähnliche Aktie für das 21. Jahrhundert - und in 93 Jahren kann Ihnen jeder Bankberater sagen, welche Aktie das ist.

Rezession, Deflation und Hyperinflation können für jede Aktie das Aus bedeuten. Wenn Benzin unbezahlbar wird, kauft keiner mehr einen VW und erst recht keinen Porsche. Wenn die Wirtschaft zum Erliegen kommt, wird der Staat eingreifen und Telekom, Post, Bahn usw. wieder als Staatsunternehmen führen. Wenn jedes Land fürchtet, von den USA überwacht zu werden, bricht das Geschäft von Microsoft zusammen. Und selbst Aktienfonds, die durch ihre Streuung Sicherheit bieten sollen, gehen unter, wenn plötzlich sehr viele Anleger ihr Geld haben wollen.

Immobilien (auch Immobilienfonds) sind ein großes Risiko, weil Sie nicht von einer bleibenden Bonität der Mieter ausgehen können, ob nun gewerblich oder privat. In der Deflation verfallen die Immobilienpreise radikal, in der Hyperinflation steigen sie langsamer als viele andere Sachwerte. In einem durchaus möglichen Krieg werden Gebäude bevorzugt zerstört. Ein eigener Bauernhof, abseits größerer Städte, mit genügend Ackerland, wird jedoch seinen Wert erhalten. Den können Sie verpachten - nur sollten Sie keinen Pächter aussuchen, der Sie mit der Mistgabel vom Hof jagt, wenn Sie mit nicht viel mehr als Ihrem nackten Leben dorthin fliehen wollen.

Sparbücher, Tagesgeld, Geldmarktfonds haben den Vorteil, daß Sie leicht an Ihr Geld herankommen, aber nur solange, wie die Banken geöffnet haben. Die Deflation wird durch die Banken ausgelöst, die schließen und damit kein Bargeld mehr nachliefern können. Ihr Geld besteht dann nur noch aus schönen Zahlen auf dem Papier. Und wenn die Banken wieder öffnen, "verbrennt" dieses Geld sehr schnell in der Hyperinflation.

Versicherungen sind ein spezielles Kapitel. Lebensversicherungen werben damit, daß sie die Anlagen ihrer Kunden über Kriege und Inflation hinweggerettet hätten. Das stimmt jedoch nur bedingt. Wenn Sie in eine Lebensversicherung 20 Jahre lang monatlich den Wert von 100 Laib Brot einzahlen, dann sollten Sie den Gegenwert von 24.000 Laib Brot (Ihre Einzahlungen) plus Zinsen (also 35.000 bis 40.000 Laib) ausbezahlt bekommen. 1923 haben Sie je nach Zeitpunkt nur einen einzigen Laib ausbezahlt bekommen - wenn überhaupt. 1950 waren es mit ein wenig Glück vielleicht 5.000 Laib, weil die Geldanlagen der Versicherungen ebenfalls unter dem Krieg gelitten hatten.

Über das Erbe Ihres Urgroßvaters, der im Jahr 1900 sein Geld angelegt hatte, konnten Sie sich im Jahr 2000 in drei Fällen freuen: Coca-Cola-Aktien (also die absolut richtige Firma auswählen), ein Bauernhof (aber nur, wenn er in der alten BRD gelegen war, vorzugsweise am Stadtrand von München oder Stuttgart) und Gold.

Gold ist ein absolut nutzloses Metall, für das es ganz wenige industrielle Anwendungen gibt. Weil es wie die Sonne glänzt, stellt man daraus Schmuck her. Und weil es nicht korrodiert und sich in kleine Mengen teilen läßt, hat man es als Tauschmittel benutzt. In praktisch allen Gesellschaften, die eine Geldwirtschaft entwickelt hatten, wurde Gold als Zahlungsmittel akzeptiert.

Die "alten Germanen" werden gerne als üble Raufbolde hingestellt, aber wenn die Römer nicht mit gezücktem Gladius (Kurzschwert der Legionäre) und vorgehaltenem Pilum (Wurfspeer) anrückten, sondern mit ein paar Aurei winkten (römische Goldmünzen), dann haben die "Barbaren" bereitwillig mit ihnen gehandelt. Auch im dunkelsten Mittelalter konnte man mit einem Solidus (byzantinische Goldmünze) auf Märkten und Basaren alles kaufen.

Gold brauchte niemals den eingebauten Polizeiknüppel des "gesetzlichen" Zahlungsmittels, es wurde überall akzeptiert. Der Geldwechsler tauschte damals unbekannte auswärtige Münzen in bekannte einheimische Münzen um. Aber es war völlig egal, ob der prägende Staat noch existierte, denn das Gold war Wert an sich. Mit den Geldscheinen des Kaiserreiches konnten Sie ihre Wohnung tapezieren, deren Geldwert war zuletzt niedriger als ihr Heizwert im Ofen - das Gold des Kaiserreiches hingegen können Sie noch heute bei jeder Bank einlösen.

Was für Gold gilt, gilt auch für Silber, den "kleinen Bruder". Die alten "Adenauer-Fünfer", die Fünf-Mark-Stücke vor 1974, waren aus 625er Silber geprägt und enthalten 7 Gramm Feinsilber. Nach heutigem Silberpreis haben diese einen Materialwert von 2,52 Euro; wenn Sie diese bei der Zentralbank umtauschen, bekommen Sie 2,55 Euro dafür. Vor drei Jahren betrug der Materialwert übrigens nur 1,89 Euro...

Ihre Vorsorge-Strategie

Lehnen Sie sich zurück und stellen Sie sich vor, in zwei Wochen schließen die Banken für drei Monate. Die Internetseiten sind nicht erreichbar, die Geldautomaten sind abgeschaltet und Sie... Nun ja, Sie müssen sehen, wie Sie damit zurecht kommen. Was ich hier schildere, gilt nur für die Deflationsphase, den Auftakt der Depression.

Vorräte / Vorsorge
Wasser, Strom und Fernseher funktionieren noch, keine Sorge. Die Bundeskanzlerin muß schließlich ihre beruhigenden Botschaften unters Volk bringen. Sie haben hoffentlich Lebensmittel für sechs Wochen zu Hause? Und Sie haben alle dringenden Anschaffungen durchgeführt? Ihr Heizöltank ist gut gefüllt? Wenn nicht - Sie haben nur noch zwei Wochen! Es wird Zeit! Was sitzen Sie noch hier herum?

Sie sollten hundert Liter Wasser lagern können, pro Person. Füllen Sie Leitungswasser ab, sobald die Krise anfängt, und geben Sie ein paar Tropfen kolloidales Silber in die Kanister, damit es nicht verdirbt. Nur für den Fall, daß es ein paar Tage kein Wasser geben sollte, weil die Wasserwerker streiken.

Haben Sie genügend Medikamente im Haus? Staatliche Suppenküchen versorgen Sie mit einer warmen Mahlzeit, aber Ihr Herzmittel haben die nicht dabei. Ein paar Werkzeuge sollten Sie im Haus haben, um kleinere Reparaturen durchzuführen.

Netzwerk
Die beste Vorsorge sind gute Nachbarn und Freunde. Streiten Sie sich nicht mehr um "Maschendrahtzaun" und "Knallerbsenstrauch", sondern schließen Sie Frieden. Sie können nicht alles selber machen, Sie brauchen Helfer, gerade in Krisenzeiten. Auf das Freundschaftskonto müssen Sie rechtzeitig einzahlen, dann können Sie in der Not darauf zurückgreifen.

Gerade das können Sie bei unseren ausländischen Mitbürgern lernen. Türken kaufen bei Türken, schon aus Prinzip. Und weil sich Händler und Kunden kennen, helfen die sich gegenseitig. Im deutschen Tante-Emma-Laden stoßen Sie bei einem nächtlichen Einbruch bestenfalls auf die Familie des Eigentümers, im türkischen Laden hingegen auf ein paar ziemlich schlecht gelaunte und erstaunlich kräftige Männer.

Wenn Sie den Schlüsseldienst nicht bezahlen können, weil Ihr Geld auf der geschlossenen Bank liegt, brauchen Sie den Schlosser zwei Häuser weiter. Sie haben den doch hoffentlich nicht erst kürzlich angezeigt, weil er sein Auto im Halteverbot stehen hatte? Denn dann muß der gerade ganz dringend zu seiner Oma, wenn Sie ausgesperrt vor Ihrer Tür stehen.

Bargeld lacht
Wenn die Banken geschlossen sind, können Sie immer noch einkaufen. Aber nur gegen bar ("cash on the nail", falls Sie Betriebswirtschaft studiert haben). Haben Sie Bargeld für drei Monate im Haus? Oder besser, für sechs Monate? An der Supermarktkasse nimmt niemand Maple Leaf oder Krügerrand, die wollen ihre gewohnten Euros. Und, NEIN, keine Kreditkarte, keine EC-Karte, nur BARGELD.

Folglich werden ein paar Leute versuchen, an Bargeld zu kommen. Nicht nur unsere ausländischen Mitbürger werden plötzlich beeindruckende Messer vorzeigen, sondern auch einige Nachbarn, denen Sie das nie zu getraut hätten. Die meisten Leute bleiben aber friedlich und verkaufen lieber ihren Hausrat. Der supertolle Plasma-Flachbild-Großfernseher (zwei Monate alt) kostet dann 250,- Euro (wenn Sie feilschen, auch nur 200,-), aber eben in bar. Wenn Sie schon immer mal einen silbernen Samowar haben wollten, oder eine historische Standuhr, dann bekommen Sie diese jetzt sehr günstig.

Gold / Silber
Schön, daß Sie welches haben. Hoffentlich liegt es nicht im Bankschließfach... Aber anfangen können Sie damit noch nichts. Im Gegenteil, in der Deflation können Sie billig nachkaufen, wenn den Besitzern das dringend benötigte Bargeld ausgeht.

Palladium / Platin
Das sind wunderbare Metalle, aber keine Geldanlage. Sie können mir gerne erzählen, daß Ihr Ehering aus Platin bestünde - für mich sieht der aus wie Silber. Deshalb bezahle ich Ihnen auch höchstens den Silberpreis. Und bei Münzen aus Platin oder Palladium bin ich mindestens ebenso mißtrauisch, weil ich die noch nie gesehen habe. Da zahle ich vorsichtshalber weniger als für eine gleich schwere Silbermünze.

Ihre Geldanlagen in der Krise

Was liquide ist, sollten Sie verkaufen, ganz einfach. Sie müssen nicht, Sie können hoffen, daß sich wieder alles beruhigt. Wenn Sie hingegen vorsorgen wollen, gehen Sie in Bargeld und Edelmetall.

Ein großes Problem sind jedoch Lebensversicherungen. Wer eine LV kündigt, verliert Geld. Oft genug dienen die LVs als Sicherheit für eine Hypothek, dann sitzen Sie doppelt fest. Hier gibt es zwei Strategien: Am wenigsten riskieren Sie, wenn Sie die Versicherung laufen lassen und sich mit Gold absichern. Legen Sie ein paar Krügerrand beiseite. Sie haben beste Chancen, daß die im Wert steigen - zehn Prozent pro Jahr sind realistisch, also verlieren Sie garantiert kein Geld, auch wenn nichts passiert, die LV ausläuft, fällig wird und Sie Ihre Immobilie damit bezahlen. Und sollte alles den Bach runter gehen und die Versicherung zahlungsunfähig werden, können Sie in der Hyperinflation die Hypothek mit Gold tilgen.

Die Zockerstrategie wäre, die LV jetzt verkaufen und das ganze Geld in Gold anlegen. Sie müssen natürlich die Hypothek weiter bedienen können, auch in der Deflation. Geht die Strategie auf, dann verdienen Sie damit die sprichwörtliche goldene Nase.

Wenn Ihre Finanzierung nur noch ein bis zwei Jahre läuft, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen und die Goldprämie wählen. Haben Sie noch mehr als fünf Jahre, sind Sie mit der "Zockerstrategie" mit größter Wahrscheinlichkeit besser bedient.

Bargeld bringt Sie durch die Deflation, Metall durch die Hyperinflation und die Depression. Wobei Silber stärker im Wert steigen wird als Gold, schon allein aus einem ganz einfachen Grund: Selbst ein einziger Golddukat (oder eine Zehntelunze Krügerrand) ist dann immer noch ein enormer Wert. Kein Bäcker kann darauf herausgeben. Deshalb wird mit Silber bezahlt... und damit steigt Silber im Wert!

Haben Sie schon einmal den Begriff "Hacksilber" gehört? Sie bekommen keine kleinen Silbermünzen zur Geldanlage, sondern Unzenstücke (Maple Leaf / US-Eagle) oder eine 3/4 Unze (Maria Theresia Taler). Wenn es kein Kleingeld gibt, "hackt" man die in Stücke. Dann wird gewogen...

Metall nutzt Ihnen nur etwas, wenn Sie es in den Händen halten. Im Bankschließfach ist es natürlich viel sicherer - auch vor Ihnen, wenn es sein muß. Zertifikate nützen Ihnen wenig. Sie schicken mir Geld, ich schicke Ihnen ein schönes Zertifikat über das Gold, das ich "für Sie" gekauft habe. Und wenn Sie Ihr Gold haben wollen, benachrichtigen Sie mich. In der Karibik. Vielleicht schicke ich Ihnen ja eine Ansichtskarte von dem schönen Ort, an dem ich von meinem Gold lebe...

Fiat Money - Reloaded

Oh ja, bestes Banker-Denglisch... Und es zeigt, aus welcher Richtung die letzte Runde "Papiergeld" in die Welt gesetzt wird. Ob das noch gedruckt und geprägt wird, bezweifle ich. Es ist viel einfacher, wenn es nur in elektronischer Form existiert. Ob Sie den Geld-Chip implantiert bekommen, in Form einer Karte / eines Personalausweises oder ob Sie gleich per Fingerabdruck bezahlen, ist letztlich gleichgültig. Es gibt kein Bargeld mehr - und damit keine Deflation.

Die Staaten entschulden sich durch die neue Währung, es werden folglich ein paar Nullen gestrichen. Ob es drei, sechs oder neun Nullen sind, ist dabei gleichgültig. Das System wird neu aufgesetzt, aber es ist nicht kuriert. Alle Fehler bleiben erhalten, deshalb wird diese Zeit nicht lange andauern.

Das einzige Zahlungsmittel, das dann noch immer nicht kontrolliert wird, ist Metall. Deshalb kann es passieren, daß privater Goldbesitz verboten wird. Der böse Adolf Hitler hat das nicht getan, Sie konnten im Dritten Reich unbehelligt mit 20-Mark-Kaiser-Wilhelm-Münzen einkaufen, die wurden als Zahlungsmittel angesehen. Der großartige Superdemokrat Franklin D. Roosevelt im Hort der Freiheit USA hat es aber verboten und Goldbesitz unter Strafe gestellt (bis 1971). Da Deutschland heute eine Außenstelle der US-Regierung darstellt, dürfen wir die Segnungen der Demokratie erwarten.

Andererseits hat der Staat dann andere Probleme, als zehn Millionen Wohnungen nach versteckten Golddukaten zu durchsuchen. Aber Sie können Ihre Goldmünzen gerne einmauern oder mindestens einen Meter tief im Garten vergraben. Und wenn Sie schon dabei sind, verteilen Sie in einem halben Meter Tiefe ein paar große Zimmermannsnägel. Das ist gut für den Spinat, der so mit Eisen versorgt wird, und schlecht für Schatzsucher mit Metalldetektoren. Selbst wenn diese Schatzsucher für die Zollbehörde arbeiten.

Wie lange sich dieses neue Geld hält, läßt sich nicht vorhersagen. Das jetzige politische System steht zu diesem Zeitpunkt im Überlebenskampf. Womöglich findet zu dieser Zeit ein Krieg in der Ölregion statt (Iran, Syrien, Israel), womöglich gibt es bürgerkriegsähnliche Zustände sogar in Deutschland. Bis dahin werden die Karten neu gemischt. Aber rechnen Sie nicht damit, ein gutes Blatt zu erhalten.

Bunkern Sie Ihr Gold und Ihr Silber in dieser Zeit. Sie werden es in Kürze brauchen. Der Staat hingegen nicht, auch wenn er Ihnen das einreden möchte. Seine Politiker sollen sich woanders die Taschen füllen.

© Michael Winkler