Arminius (15.4.2009)

Wir feiern den 2000. Jahrestag einer Schlacht, die verhindert hat, daß sich römische Kultur und Lebensart östlich des Rheins etablieren konnten. Arminius wurde von der einen Seite zum Rebellen, zum Terroristen erklärt, von der anderen Seite zum genialen Heerführer, Urbild germanischer Freiheitsliebe und deutschen Helden hochstilisiert. Er war der Che Guevara, der Fidel Castro und der Osama bin Laden seiner Zeit, mit zotteliger Haarpracht und folkloristisch-schmuddeliger Kleidung, ein primitiver Barbar im Vergleich zu den geschniegelten römischen oder amerikanischen Offizieren.

Die Römer sind in der Zeit um Christi Geburt generalstabsmäßig in Germanien eingefallen, haben gesiegt und unterworfen, Tribute verlangt und Steuern eingetrieben, Festungen und Städte gebaut, ihre Rechtsnormen eingeführt - also nichts anderes, als das, was die Amerikaner im Irak versuchen. Und dann trat ein Mann auf, den man heute wohl einen Harvard-Absolventen nennen würde, mit römischem Bürgerrecht, mit römischer Ausbildung, mit römischer Karriere, der dummerweise trotzdem Germane geblieben war. Arminius, der nachträglich zum deutschen Herrmann (oder auch Heer-Mann) umgetauft wurde. Ein Mann, der alle Schwächen des Römertums gekannt hatte, um sie gegen die Römer zu verwenden.

Natürlich müssen wir Arminius mit Bezug zu Auschwitz sehen. Das heißt, eigentlich müßten wir das überhaupt nicht, aber es ist heute gängige Praxis alles mit Bezug zu Auschwitz zu sehen. Rudolf Diesel hat einen Motor erfunden, mit dessen Abgasen... 1835 verkehrte die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, später wurden mit der Eisenbahn Millionen... Arminius hat die Römer aus Germanien geworfen und damit den deutschen Militarismus begründet, der in der Folgezeit... Damit hätte ich den Bezug zu Auschwitz hergestellt, der zentrale Empörungsrat hat seinen Auftritt gehabt, jetzt kann er zurück in die Mottenkiste und ich mit dem Thema fortfahren.

Kürzlich habe ich von einem pseudointelligenten Journalisten gelesen, daß uns die Römer viel näher gestanden haben, als die primitiven Germanen. Ja, damit hat er durchaus recht, denn Leute mit Fußbodenheizungen und öffentlichen Badeanstalten, mit rasierten Beinen und Luxuskonsum, mit Geldwirtschaft und Schriftkultur empfinden wir als angenehmeres Lebensumfeld als einen Haufen Waldschrate, die auf Bärenhäuten liegen und Met in sich hineingießen, die von basisdemokratischen Ratsversammlungen statt von kaiserlichen Befehlen regiert werden, und in denen ein freier Mann ganz selbstverständlich eine Waffe nicht nur mit sich herumträgt, sondern sie auch zu gebrauchen weiß.

Jetzt lassen wir einen heimtückischen Ast wachsen, der dem bösen Arminius den Kopf einschlägt, bevor er den lieben Varus verraten kann. Die germanischen Horden warten vergeblich auf ihren Anführer, der ihnen die Römer im sumpfigen Gelände servieren wollte, die Varus-Schlacht findet nicht statt, weil keiner hingegangen ist. Die Römer kommen gut durch den Winter, im Jahr 10 wird Castra Silvana gegründet, das niemals Hannover heißen wird. Erste Außenposten werden zur Elbe vorgeschoben, im Jahr 12 wird in Castra Ursalis ein Flottenstützpunkt errichtet, von dem aus sich die Elbe mit schnellen Flußbooten kontrollieren läßt. Die Stadt heißt dann zwar niemals Hamburg, der dortige Hafen ist dafür 1.200 Jahre älter. Während ihm Varus den Norden freihält, kann Tiberius in aller Ruhe die Markomannen unterwerfen und die Protektorate Böhmen und Mähren errichten. Der Limes zieht sich die Elbe entlang, geht in die Moldau über und wird von da aus zur Donau weitergeführt.

Dresden, Prag und Nürnberg sind römische Städte, Millionen Germanen werden glückliche römische Bürger, der Kaiser hat eine Legion mehr für Palästina, die dort den jüdischen Aufstand im Keim niedermetzelt, zwei weitere Legionen stehen an der Grenze zum Perserreich, wo sie auf Trajan warten, der mit ihnen zum Indus vorstößt. Assimilierte Germanen erobern für Rom den Balkan, die Ostgrenze wandert zur Oder und schließlich zur Weichsel. In Rom stehen nicht nur Tempel von Mithras, sondern auch heilige Haine für Wotan und Donar, für Freya und Ostara. Und wir alle sind heute noch...

Das wäre leider ziemlich unwahrscheinlich. Die Hunnen kommen ja trotzdem und statt kriegstüchtiger Frankenheere stehen ihnen nur frischgewaschene Römer germanischer Abstammung gegenüber, die lieber die Annehmlichkeiten einer Badeanstalt als die Strapazen eines Kriegszugs auf sich nehmen. Statt des finsteren Mittelalters erleben wir eine Variante der Goldenen Horde, eine asiatische Herrschaft in Europa. Leider ist ein Hunnenkönig für römische Luxusvillen und Badetempel mindestens so zerstörerisch wie eine germanische Eroberung, deshalb dürfte auch dann von der imperialen Pracht wenig übrig geblieben sein.

Spendieren wir nun auch Attila einen Ast, der ihn rechtzeitig aufspießt. Dann enden wir womöglich bei drei römischen Reichen: Einem Ostrom, das von Konstantinopel aus beherrscht wird und von Ägypten bis zum Indus reicht, einem Westrom, das Italien, den Balkan, die iberische Halbinsel und Nordafrika beherrscht, sowie einem Nordrom mit der Hauptstadt Castra Colonia Imperialis (Köln), zu dem England, Frankreich und Deutschland bis zur Weichsel gehören. Goten und Vandalen sind Bürger Nordroms, die Franken haben sich nie zusammengeschlossen. Justinian braucht nicht Rom zu befreien, sondern kann mit Feuer und Schwert das Christentum in Arabien ausbreiten und erfolgreich den Islam verhindern. Gut, Nordrom hat die Wikinger am Hals, dafür kann es sich in aller Ruhe nach Osten ausbreiten. In Novgorod, Kiew und Moskau - alles nordrömische Gründungen - spricht man eine germano-keltische Form des Lateins.

Wie schaffe ich jetzt bloß die Mongolen aus dem Weg? Ach, lassen wir die doch kommen! Am Rhein werden sie aufgehalten, in zwei mühsamen Jahrhunderten wird Nordrom von den Tartaren befreit. Rußland hat das auch geschafft, also wird es Nordrom erst recht gelingen. Damit sind wir im Jahr 1500 und finden es blöd. Warum? Weil Ostrom noch immer Kleinasien, die Weihrauch-Gebiete und die Gewürz-Straßen beherrscht. Niemand braucht um Afrika herumzufahren, denn Ostrom ist ein zuverlässiger Handelspartner, seit über tausend Jahren. Niemand braucht einen Seeweg nach Indien zu suchen, denn der Landweg ist sicher, seit die Mongolen geschlagen sind. Die Zeit der Entdecker findet nicht statt, die Indianer sind vor uns Europäern sicher.

Die drei römischen Reiche halten untereinander Frieden, deshalb bleibt die militärische Entwicklung stecken. Schießpulver und Kanonen werden nicht erfunden. Buchdruck und Papier? Vielleicht, vielleicht sogar fünfhundert Jahre früher, weil die Reiche Informationen austauschen. Es fehlt jedoch der entscheidende, der befreiende Impuls. Das reale Ostrom, das Reich von Konstantinopel, hat die Schätze der Antike bis 1453 gehütet. Zwar waren Gedanken der Antike auch durch die Araber nach Europa gelangt, aber erst der Fall Ostroms bewirkte einen belebenden Hauch, stieß die Renaissance an, die "Wiedergeburt der Antike".

Das Mittelalter mit seinem Streben nach Gottes Gnade war beendet. Gott war nicht gnädig gewesen, nach dem heiligen Land war nun auch die mächtigste Festung des Christentums in die Hände der Ungläubigen gefallen. Damit verlagerte sich der Schwerpunkt der Entwicklung nach Westen. Spanien entfaltete die Kraft, die Mauren zu vertreiben, Portugal begann, auf die Weltmeere auszugreifen. Diese Energie wirkte fort, trieb Kolumbus über den Atlantik und Vasco da Gama um Afrika. Europa erwachte aus der Traumwelt der Liturgie, statt darüber, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz fänden, diskutierte man jetzt über den Lauf der Gestirne. Rom und China hatten es nicht geschafft, eine technische Zivilisation zu errichten, Europa ließ sich nicht mehr aufhalten.

Ich habe weiter oben Arminius mit Dieselmotor und Eisenbahn in Verbindung gesetzt. Scheinbar haben sie nichts miteinander zu tun, doch ohne den Sieg über Varus hätte es diese Erfindungen höchst wahrscheinlich nie gegeben. Die Römer hätten damals die Keimzelle des modernen Europas zerstört und romanisiert. Die Germanen, die damals so primitiven Barbaren, haben dieses moderne Europa geschaffen. Angeln und Sachsen haben England germanisiert, die Franken Frankreich, die Westgoten Spanien, die Ostgoten, Vandalen und Langobarden Italien. Ja, richtig, das augusteische Rom, das Rom der ersten zwei nachchristlichen Jahrhunderte, war eine modernere Stadt, als jede andere im Jahr 1700. Die Legionen Cäsars hätten es mit dem Heer Karls des Großen oder den Kreuzfahrern von Richard Löwenherz aufgenommen - aber nicht mehr mit den Truppen Prinz Eugens oder Friedrichs des Großen.

Rom wurde von Arminius auf dem Höhepunkt seiner Macht geschlagen. Es folgten ein paar Rachefeldzüge, aber man hatte im fernen Italien verstanden: Bis hierher und nicht weiter! Etwa 100 Jahre nach der Varus-Schlacht erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung, danach erschöpfte sich das Imperium bei der Anstrengung, das Erreichte zu halten. Die Supermacht der Antike grub sich ein, errichtete Wälle und Grenzbefestigungen. Effektive Strategien gegen Überfälle wurden entwickelt, Reitertruppen aufgestellt, die barbarische Horden einkreisten und aufrieben. Germanen nahmen Dienst bei den römischen Legionen, um das Reich vor Germanen zu schützen.

Das Reich zerbrach von innen. Die Reichseinheit, in Sprache und Kultur, endete früh. Die alte Vorgehensweise, in den Provinzen ein Rom nach dem anderen zu errichten, römische Städte nach dem Vorbild Roms, wurde aufgeweicht. Im östlichen Reichsteil wurden die Städte griechischer, im Westen gallischer. Jüdische Gemeinden siedelten sich an, Perser errichteten ihre Tempel, ägyptische Kulte breiteten sich aus. Bürgerkriege wurden geführt, um den Thron des Kaisers. Eine Ruhe, eine innere Konsolidierung, gab es von Vespasian bis Marc Aurel, doch die innere Ruhe förderte die innere Entfremdung. Das von innen zerfallende Reich trat den Rückzug an. Die Grenzen bröckelten.

Arminius hat Rom zurückgeschlagen, Germanien seine Eigenständigkeit erhalten. Es dauerte fast vierhundert Jahre, bis die ersten Germanen dauerhaft auf römischem Gebiet siedelten. Die blutende Grenze, der germanische Limes, hielt lange. Er wurde oft genug überwunden, doch Rom flutete wieder zurück, eroberte die alte Grenze erneut. Erst im Jahr 476 endete das weströmische Reich, Germanen wurden die neuen Herrscher. Das Frankenreich, ein germanischer Stammesverbund, trat das Erbe an, bis zu seiner Teilung, in eine gallisch-römische und eine germanisch-deutsche Hälfte. Von Arminius hat niemand mehr gesprochen, der vergessene Held wurde erst weit später ausgegraben, zum Urbild der Deutschen stilisiert.

Heute ist das freie Germanien wieder besetzt, von einem Feind, der schlimmer gewütet hat, als es die Römer vermocht hätten. Deutsche Städte, deutsche Kultur wurde systematisch zertrümmert und zerschlagen, als die Waffen endlich schwiegen, wurde der Propaganda-Krieg erst richtig entfesselt. Was sich heute Deutschland nennt, ist das, was Quinctilius Varus vorgefunden hat: Römische Städte, römische Festungen, römisches Recht, römische Steuern, eben eine römische Provinz.

Heute haben wir ein von Amerika vorgeschriebenes Grundgesetz, rüden amerikanischen Kapitalismus, eine bösartige Ellenbogengesellschaft, kaum zu überwindende Abgrenzungen zwischen Arm und Reich, eine verfallende, immer mehr anglisierte Sprache, amerikanische Restaurants, amerikanisches Fernsehen, amerikahörige Politiker, die das Erbe der deutschen Ahnen mit Füßen treten. Es gibt keinen Verteidiger mehr der einheimischen, der angestammten Kultur. Die Häuptlinge haben sich unterworfen und lassen sich ihre Unterwerfung aus den Tributen bezahlen, die dem Volk abgepreßt werden.

Diesmal reicht es nicht aus, die Besatzer in einen Sumpf zu locken und dort von der Last des Irdischen zu befreien. 10.000 massakrierte Soldaten sind heute kein Argument mehr, heute rechnet man nach Millionen. Ein heutiger Arminius hätte mehr zu tun, als nur ein paar Leute umzubringen. Die Schlacht wird auf geistigem Gebiet geschlagen, in den Köpfen der Leute. Auch dieses Problem wäre dem alten Arminius nicht fremd gewesen. Die römische Militärmaschinerie erschien unüberwindbar, die römischen Städte und Befestigungen aus Stein unzerstörbar. Die Germanen lebten in Sippendörfern, die Römer in organisierten und strukturierten Gemeinwesen. Die Germanen hatten das, was sie im Wald vorfanden, die Römer die Ingenieurskunst und die Nachschubwege einer Weltmacht. Fühlten sich die Germanen unterlegen? Wir können davon ausgehen.

Wer einen Kampf von vornherein als verloren ansieht, kämpft nur mit halber Kraft und wird aller Wahrscheinlichkeit tatsächlich besiegt. Das 20. Jahrhundert war das amerikanische Jahrhundert, in dem eine Macht am Rande der Welt zur Weltherrschaft aufgestiegen ist. Es war auch ein jüdisches Jahrhundert, in dem eine geduldete Randgruppe sich zu zentraler Wichtigkeit aufgeschwungen hat, die angesichts der Kleinheit dieses Volkes nicht einmal im Ansatz zu rechtfertigen ist. Es war auf keinen Fall ein deutsches Jahrhundert, wurde doch das Deutsche Reich, der Hort von Kultur und Wissenschaft, zu einer fremdbestimmten Kolonie herabgewürdigt, die Dank korrupter Politiker und deren willfähriger Justiz in kultureller Agonie vegetiert. "Multikulturell gut, deutsch schlecht, blök!" - Animal Farm läßt grüßen.

Wer in diesem Deutschland "Kultur schaffen" möchte, sollte Ausländer sein oder wenigstens Jude. Gebürtige und abstammungsmäßige Deutsche zählen nicht. "Bestseller" in Buchläden stammen aus USA, sind Übersetzungen, Literatur aus zweiter Hand. Wer es wagt, deutsch zu denken, ist nicht etwa ein Patriot, sondern ein "Nazi". Wer gar nicht denkt, treu und brav seinen Gottschalk anschaut und die Kanzlerin für eine tolle Frau hält, der bekommt hin und wieder einen Brosamen hingeworfen, eine Rentenerhöhung rechtzeitig zur Bundestagswahl oder eine Abwrackprämie.

Freiheit kommt leider nicht umsonst. Die Varus-Schlacht hat unseren Vorfahren die Fußbodenheizung und die öffentlichen Bäder genommen, sie blieben deswegen noch 1700 Jahre Analphabeten, es hat noch tausend Jahre gedauert, bis die Geldwirtschaft aufgekommen ist. Das so gerne als "finster" apostrophierte Mittelalter, zwischen Antike und Neuzeit gelegen, ist ein Ergebnis eines Guerillakampfes. Hat es sich gelohnt? Für jene Mitmenschen, die sich beim abendlichen Biergenuß durch den Fernseher berieseln lassen wollen, bzw. ihre damaligen Gegenstücke, natürlich nicht. Freiheit ist eine Aufgabe, sie bedeutet Verantwortung und das Einstehen für eigene Fehler. Trotzdem haben die Leute damals gekämpft, ihr Leben riskiert, die Eindringlinge aus dem Land geworfen.

Das Leben eines Schafes ist angenehm. Es wird auf die Weide geführt, vor Wölfen geschützt, bei Bedarf geschoren und schließlich geschlachtet. Das Schaf muß sich um nichts kümmern, es braucht nur in der Herde mitzulaufen. Und ja, Sie haben ein Recht darauf, ein Schaf in der Herde zu sein! Hundert bunte Fernsehkanäle, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Riester-Rente, Industrie-Futter aus dem Supermarkt, die eigene Meinung steht in der Tageszeitung - braves Herdentier! Atta boy, good German! You're such a wonderful... SLAVE!

Freiheit ist nicht die freie Auswahl unter 35 Biersorten, sondern harte tägliche Arbeit. Freiheit bedeutet nicht, sich zurücklehnen und warten, daß ein Anderer die Probleme regelt (ein Abgeordneter, die Amerikaner, die EU, der Bürgermeister, die Bundeskanzlerin), sondern aufstehen und die Dinge selbst regeln. Freiheit heißt anpacken und arbeiten - aber auch, die Früchte dieser Arbeit selbst zu ernten, ohne Bürokraten, die für Nichtstun ihren Anteil abholen wollen. Freiheit heißt, daß deutsche Arbeit zu deutschem Wohlstand führt, nicht zu Tributen an die EU oder Wiedergutmachungszahlungen an Israel. Freiheit beginnt im Kopf, im Denken, im Hinterfragen.

Jedes Denkverbot ist ein Joch der Unterdrückung. Im Sozialismus war es verboten, den Sozialismus zu hinterfragen, weil der Sozialismus zu schwach gewesen war, um diese Fragen zu beantworten. Wenn heute eine "Auschwitzlüge" unter Strafe steht, zeigt das, daß die Tatsachen durch die Erklärung der "Offenkundigkeit" vor einer Hinterfragung geschützt werden müssen. Es ist die Knute der Knechtschaft, das Schandmal der Sklaverei, das uns hier eingeredet wird. Jeder Deutsche hat sich Zeit seines Lebens bei jedem Ausländer und jedem Juden zu entschuldigen, gebückt durchs Land zu gehen und auf Verlangen seine Knie zu beugen. Der Zentralrat einer winzigen und unwichtigen Religionsgemeinschaft muß gegrüßt werden, wie Geßlers Hut auf der Stange.

Bleiben Sie Schaf, haben Sie Ruhe. Grüßen Sie den Hut, lassen Sie Ihr Leben regeln - und beschweren Sie sich nicht, wenn Sie schließlich geschlachtet werden.

Deutschland ist nicht frei, es ist besetzt, unterworfen, überfremdet, ja entartet. Arminius ist nötiger denn je. Doch das Imperium hat den Höhepunkt seiner Macht längst überschritten. Das neue römische Reich ist innerlich morsch und verrottet, auch wenn seine Armeen noch die Grenzen verteidigen. Amerika hat es längst nicht mehr besser, das "reichste Land der Welt" ist längst bankrott. Ja, dort gibt es zahllose Millionäre und Milliardäre, doch im Land breitet sich Armut und Obdachlosigkeit aus.

Das Feld für den neuen Arminius ist bereitet. Das neue Rom steckt tief im Sumpf der eigenen Verderbnis. Die Schlacht um die Freiheit, nicht im Wald, sondern mit geistigen Waffen, hat bereits begonnen. Wir haben nichts von wirklichem Wert zu verlieren - nur unsere Ketten.

© Michael Winkler