Das Alter (5.12.2007)

Eine Generation wird üblicherweise zu 25 Jahren gerechnet. Wenn wir uns eine moderne Drei-Generationen-Familie anschauen, finden wir vier Großeltern, alle voneinander geschieden, arbeitslos und jeweils mindestens 100 Kilometer vom Expartner und dem nächsten Verwandten entfernt wohnend. Dann haben wie die Elterngeneration, bestehend aus zwei zeitweiligen und folglich unverheirateten Lebensabschnittspartnern. Schließlich sind da die Kinder, von denen jeder Elternteil zwei mit verschiendenen anderen Lebensabschnittspartnern gezeugt und erfolgreich abgetrieben hat. Das letzte Mitglied ist ein verhaltensgestörter Hund, der mit seiner Rolle als Kindersatz nicht zurecht kommt und zweimal in der Woche zum Hundepsychiater muß.

Leider läßt sich an dieser Pseudo-Familie nur untersuchen, wie durch und durch gesund die Psyche unserer heutigen Chancengesellschaft doch ist, aber das ist nicht mein Thema.

Folglich brauche ich eine andere Familie, die ein völlig atypisches Lebensmodell gewählt hat. Da haben wir die 50jährigen Großeltern, die seit fast dreißig Jahren miteinander verheiratet sind, das 25jährige Elternpaar und vier gerade geborene ganz lebendige Kinder, die dereinst für die völlig überzogenen Pensionen unserer Abgeordneten aufkommen werden.

Ja, das ist geradezu das Postkartenidyll einer Vorführ-Familie, die jede Super-Nanny zum völlig überflüssigen Fernseh-Schauspiel degradiert. Das findet man nur nach ganz langer Suche. Die Vierlinge sind natürlich auch gelogen, die wurden einzeln Jahr für Jahr geboren, aber aus statistischen Gründen habe ich sie altersmäßig vereinheitlicht. Die Wahrheit ein bißchen hinbiegen darf man ja in der Statistik, wo man den Hunderttausendstel Hochseeschlepper, der auf Sie entfällt, für die Inflationsrate mit den 120 Pfund Brot verrechnet, die Sie pro Jahr verzehren.

In der Musteridyllfamilie ist der Großvater Handwerksmeister, der seine Erfahrung an seinen Sohn weitergibt, der erst noch sein Meisterstück anfertigen wird und seine Enkel als Lehrlinge ausbildet. Allerdings erst in 15 Jahren, sonst wäre das ja Kinderarbeit.

Und hier, in diesem einen Fall, sind sogar die heiligen Grundsätze der deutschen Unternehmensführung berechtigt: Der Großvater hat das schon immer so gemacht, nutzt also seine Erfahrung. Der Vater hat das noch nie so gemacht, ist also für die neuen Ideen zuständig, der Sohn hingegen muß erst noch etwas lernen, und da könnte tatsächlich jeder kommen.

In einem Unternehmen hingegen sind diese Sätze ein ewiges Ärgernis, wenn "der Alte" an der Spitze sich als Betonkopf erweist und auf diese Weise jegliche neue Idee abbügelt.

Damit hätten wir bereits die ganze Breite des Alters: Der Meister, der seine Erfahrung weitergibt, für die Jüngeren ein Vorbild und ein begehrter Ansprechpartner ist, und der alte Sturkopf, der sich gegen jede Neuerung wehrt und mit dreißig Jahre alten Rezepten die Probleme der Gegenwart angehen möchte.

Es gibt einen ganz wichtigen Unterschied zwischen diesen beiden Menschen: den Glauben in die eigene Unfehlbarkeit. Der Meister ist sich bewußt, daß er irren kann. Er wägt seine Entscheidungen ab, hinterfragt seine Informationen und versucht, seine Erfahrung der neuen Zeit anzupassen. Der Betonkopf hingegen glaubt, daß er und nur er allein den Erfolg gepachtet hat.

Ein gutes Beispiel ist Max Grundig. Der Mann hat binnen Jahrzehnten aus dem Nichts einen Konzern aufgebaut - und diesen schließlich in die Pleite gewirtschaftet. Seine Geschichte ist allerdings auch ein geeignetes Fallbeispiel für das Peter-Prinzip (Peter's Principle, Prof. Lawrence J. Peter). Jenes besagt, daß ein Angestellter solange befördert wird, bis er eine Position erreicht, für die er unfähig ist sie auszuüben.

Herr Grundig war fähig, seinen Radiobausatz zusammenzustellen und zu vertreiben, er war fähig, eine kleine Radiofirma zu leiten und das Wirtschaftswunderland mit Fernsehern zu versorgen. Er schaffte es, seinen Konzern vom Röhren-Zeitalter zur Transistor-Elektronik zu führen, HiFi, Raumklang und Farbfernsehen zu produzieren. Doch ein Weltkonzern in der Zeit der beginnenden Globalisierung, mit deutschen Löhnen gegen asiatische Großserien, das überstieg schließlich seine Fähigkeiten.

Natürlich könnte man auch sagen, der Mann sei alt geworden, hätte seine Flexibilität verloren, wäre eben verbraucht gewesen. Diese Eigenschaften werden den Alten gerne unterstellt, weil das eben ganz leicht ist und die Alten sich dagegen nicht wehren - oder überhört werden. Schließlich schwelgt unsere Gesellschaft im Jugendwahn. Erinnern Sie sich an die hochgespielte Auseinandersetzung, ob Kanzler Schröder seine Haare schon färbt oder noch tönt? Konrad Adenauer wäre heute unwählbar, auf Grund seines Alters, und zwar nur deswegen.

Alter wird heute mit Gebrechlichkeit assoziiert, mit nachlassenden Kräften und Sinnen. Der Alte muß ständig beweisen, daß er eben noch nicht zum "alten Eisen" gehört, sondern durchaus noch seine Leistung bringt. Das geht soweit, daß sich der Alte keine Schwäche erlauben darf, sondern immer recht haben und genial sein muß, besser als alle anderen. Deshalb ist Mao damals im Fluß geschwommen und Honecker zur Jagd gefahren, Strauß ist geflogen und irgendwelche Manager spielen Golf und Tennis.

Betonköpfe werden nicht wegen ihres Alters zu Betonköpfen, sondern deswegen, weil sie ihr Alter nicht einsehen wollen. Alles muß über den Schreibtisch des Chefs gehen, selbst wenn der einstmals kleine Familienbetrieb jetzt zehn Filialen hat und das groß gewordene Unternehmen unter dieser Organisation leidet, weil Entscheidungen ausbleiben oder ohne Berücksichtigung der Details vom "Unfehlbaren" getroffen werden.

Dann, ja, dann werden die Alten zur Belastung. Ein Unternehmen profitiert davon, wenn diese Alten von der Ebene ihrer Inkompetenz entsorgt werden, ebenso ein Staat und eine Partei. Das Peter-Prinzip ist unerbittlich. Der Oppositionsführer, der zum Regierungschef aufsteigt, wird dabei befördert. Ist er auch befähigt dazu? Lafontaine war für die oppositionelle SPD ein guter Vorsitzender, aber eine regierende SPD und gleichzeitig das Finanzministerium zu leiten - also gleich zwei Beförderungen - brachten ihn auf ein Niveau jenseits seiner Fähigkeiten.

Als 1933 die jüdischen Professoren aus Deutschland vertrieben worden sind (etwa 10% der gesamten akademischen Spitzenmannschaft), löste das nicht etwa den Niedergang der deutschen Forschung aus, sondern ganz im Gegenteil einen Innovationsschub. Die Ursache lag darin, daß Leute, die bisher die Spitzenpositionen jenseits ihrer Kompetenzebene blockiert hatten, daraus entfernt wurden und neue, unverbrauchte Leute unerwartet schnell eine Chance erhielten.

Derselbe Effekt führte nach dem Krieg zum deutschen Wirtschaftswunder, weil auch hier blockierende Kräfte frei geworden sind. Sowohl personell als auch materiell. Oder glauben Sie, daß jemand Grundig-Bastelradios gekauft hätte, wenn Telefunken fähig gewesen wäre, ausgereifte, fertige Geräte in genügender Stückzahl zu niedrigen Preisen zu liefern? Natürlich haben die Sieger die alten Anlagen demontiert und als Beute fortgeschafft, die durch die Kriegsproduktion verschlissen waren. Die Deutschen mußten neue Maschinen anschaffen, moderne, leistungsfähige und höchst produktive Maschinen.

Der wichtigste Effekt fand aber in den Köpfen statt. Eine Beförderung beschränkt sich nicht wie beim Militär darauf, daß ein Offizier einen weiteren Stern auf seine Schulterklappe bekommt, sondern sie umfaßt jede Art von einschneidender Veränderung. Ein Umzug von Landshut nach Kaiserslautern ist in diesem Sinn eine "Beförderung", denn der Betroffene muß mit einer neuen Umgebung und neuen Menschen zurecht kommen. Es ist auch mehr als der Wechsel vom bayerischen Ein-Liter-Bierkrug zum Pfälzer Halbliter-Weinschoppen.

Wirtschaften in einer aufstrebenden und dann kriegführenden Diktatur erforderte ganz andere Fähigkeiten, als das Wirtschaften in einer neu installierten Demokratie. Deshalb profitierte die Wirtschaft davon, daß die vorherigen Führer entfernt worden sind. Aus diesem Grund war es falsch, mit dem alten Personal der Bundesrepublik nach dem Anschluß der DDR weiterzuwursteln. Hier wurden Leute ins vereinte Deutschland "befördert", deren Kompetenz gerade für die alte Bonner Republik ausgereicht hatte.

Den wirtschaftlichen Niedergang der ehemaligen DDR hat das überforderte Personal der alten Bundesrepublik verursacht, in Wirtschaft wie in Politik, das Opfer des Peter-Prinzips geworden ist. Es hat keine Erneuerung stattgefunden, sondern nur eine Beförderung derjenigen, die keine Konzepte für das neue Land gehabt haben.

Es gibt jede mögliche Kombination: Der Alte ist flexibel, auf der Höhe der Zeit, sein junger Nachfolger von Beruf Sohn und inkompetent. Der Alte zerstört die Firma, die er selbst aufgebaut hat, weil er die neue Zeit nicht mehr versteht und sich an die Macht klammert. Der Alte tritt ab, sobald der Junge bereit ist, macht Platz für neue Ideen, bleibt aber mit seiner Erfahrung präsent. Der Alte stirbt am Herzinfarkt, bevor der Junge bereit ist - und der Junge muß sehen, wie er damit fertig wird.

Es gibt keinen Königsweg, sondern nur Einzelfälle. Der 40jährige, ganz "jung" an die Spitze des Unternehmens befördert, führt die Firma erfolgreich auf die nächste Stufe - und wird als 50jähriger zum Problem, weil er selbst nicht mitgewachsen ist. Der 60jährige Kompromißkandidat, der nur für eine Übergangszeit an die Spitze treten sollte, erweist sich als wahrer Glücksfall und alle bedauern, wenn er mit 70 zurücktritt, um Jüngeren Platz zu machen.

Alter ist kein Vorrecht, kein Privileg - aber auch kein Nachteil. Untersuchungen zeigen, daß junge Leute deutlich schneller arbeiten als ältere, doch ihnen unterlaufen Fehler, die sie korrigieren müssen, welche die Älteren dank ihrer Erfahrung vermeiden. Im Endergebnis sind beide vergleichbar produktiv. Am besten ist die Mischung, wenn die Schnelligkeit der Jugend rechtzeitig von der Erfahrung des Alters korrigiert wird, um die Fehler zu vermeiden.

Wenn Doktoranden das Hobby ihres Professors betreiben, entstehen zwar wissenschaftliche Arbeiten, aber keine Durchbrüche. Forschen die jungen Leute jedoch ohne Anleitung munter darauf los, verzetteln sie sich und können ihre Ergebnisse nicht einordnen.

Biologische Uhren sind kein Zufall, sie erfüllen einen echten Sinn. Die Neugier, der Bewegungsdrang und die Lernbereitschaft sind bei Kindern am größten. Der Dreijährige lernt Sprachen mühelos und spielerisch, mit Dreizehn muß er bereits Vokabeln und Grammatik pauken. Naturwissenschaftler sind zwischen 25 und 30 auf ihrem Höhepunkt, Schriftsteller mit 50. Nur Politiker sind mit 30 genauso zu allem fähig wie mit 50 oder 70.

Damit kehren wir zurück zu unserer Postkarten-Musterfamilie. Die Kinder, die jüngste Generation, muß die Muttersprache erlernen und sich im Leben zurechtfinden. Deshalb sind sie neugierig und mit einem großen Nachahmungstrieb ausgestattet. Der Vater ist im idealen Alter für Naturwissenschaftler, aber selbst wenn er "nur" Schreinergeselle ist, profitiert er von dieser biologischen Phase: Sie erinnern sich an das 'Das haben wir noch nie so gemacht?' - Eben, er ist genau im richtigen Alter, um das auszuprobieren, was noch nie so gemacht wurde. Ob er nun neue Arbeitstechniken erfindet, seine Werkzeuge verbessert oder völlig neuartige Möbel entwirft, er ist exakt im richtigen Alter dafür. Der Großvater hingegen kann nicht nur den Schreibkram erledigen, er ist jetzt im richtigen Alter, um geduldig zu erklären, um Zusammenhänge darzustellen und sein Wissen weiterzugeben.

Jedes Alter hat seine spezifischen Stärken. Einen 60jährigen aufs Dach zu jagen, damit er einen Schornstein mauert, ist nicht altersgerecht. Jetzt kann er planen, mit Kunden verhandeln, Lehrlinge anleiten und nach dem Rechten sehen, den jungen, starken Leuten helfen, Fehler zu vermeiden.

Der Altersdurchschnitt unserer Gesellschaft steigt, wir müssen uns darauf einstellen. Die Lösung ist nicht die Rente mit 67, 70 oder 75, die Lösung ist altersgerechte Arbeit. Ich kenne das Schlagwort vom "lebenslangen Lernen" schon seit Jahrzehnten, aber was davon wird umgesetzt? Mit 15 in die Lehre ist kein Problem, vielleicht auch noch mit 25, aber doch nicht mit 40! Da gibt es bestenfalls eine Umschulung von der Bundesagentur zur Verschleierung der Arbeitslosigkeit, aber keine wirkliche neue Lehre.

Warum muß ein 25jähriger im Innendienst Akten wälzen? Warum muß ein 60jähriger noch immer als Bauarbeiter bei Wind und Wetter auf das Gerüst steigen? Warum kann ein Ingenieur mit 25 Jahren Berufserfahrung nicht ein verkürztes kaufmännisches Studium aufnehmen, um sich für neue Aufgaben in der Unternehmungsleitung zu qualifizieren?

Lebenslanges Lernen bedeutet, sich beruflich umzuorientieren, sich neu zu qualifizieren, die neuen Stärken auszunutzen. Das "Arbeitsamt" kann solche Umschulungen finanzieren, aber nur dann, wenn ein Unternehmen bereit ist, die frisch nach seinen Vorgaben ausgebildeten Leute auch für fünf Jahre zu beschäftigen. Ein bißchen denken, ein wenig Planung - und wir finanzieren Arbeit statt Arbeitslosigkeit.

Wir können auf die Erfahrung der Alten so wenig verzichten wie auf die Kraft der Jungen. Wenn es nach wirtschaftlichen Zahlen in Ordnung ist, einen 20jährigen so auszubilden, daß er mit 45 arbeitslos wird, dann ist es ebenfalls in Ordnung, den 50jährigen so weiterzubilden, daß er bis 75 arbeiten kann.

Wir können uns keine Politiker und Gewerkschaftsführer mehr leisten, die den Status der Unfähigkeit nach dem Peter-Prinzip erreicht haben. Der 20jährige, der seine Existenz aufbauen und seine Wohnung einrichten muß, kann 45 oder 50 Stunden pro Woche arbeiten - und muß natürlich für jede Minute bezahlt werden. Dem 60jährigen, der bereits alles angeschafft hat, genügt das Gehalt von 35 oder 30 Wochenstunden. Warum also starre Tarifverträge abschließen? Warum eine 35-Stunden-Woche für alle festschreiben, wie die Gewerkschaften das einst gewollt haben? Warum nicht mit zehn bis zwanzig Wochenstunden die Erfahrung eines 70jährigen einkaufen?

Die Natur hat die Fähigkeiten und Talente altersgerecht verteilt, jetzt ist es an uns, sie altersgerecht zu nutzen.

Glauben Sie etwa, die Riester-Rente wäre eine Lösung für die Altersarmut? Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten 1925 einen Riester-Vertrag abgeschlossen, mit der garantierten monatlichen Auszahlung von 400 Reichsmark ab 1950. Der Versicherungsvertreter hätte Ihnen vorgerechnet, daß es bestimmt 600 Reichsmark werden würden... Und 1950 haben Sie tatsächlich 600 Reichsmark pro Monat bekommen - oder besser, genau jene 39 D-Mark, die Ihnen aus diesem Vertrag zustehen. Der redegewandte Vertreter, der Ihnen diesen Schrott angedreht hat, ist vor Kursk gefallen, denn können Sie sich jetzt nicht mehr zur Brust nehmen.

Heute haben Sie obendrein die Demographie gegen sich. Ihre schöne Riester-Rente muß erarbeitet werden - von jenen Kindern, die leider nie geboren worden sind. Nur wenn die Menschen arbeiten, wenn sie produzieren, wenn das Geld durch diese Produktion einen Wert besitzt, nur dann können Sie sich für diese angesparte Rente etwas kaufen. Ansonsten geht es ihnen selbst ohne einen Krieg so, wie den hypothetischen Riester-Renter von 1925.

Dem Alter angemessene Arbeit und Arbeitszeiten bedeuten fortbestehendes Einkommen. Wer jede Woche eine Silbermünze und jedes Vierteljahr eine Goldmünze zurücklegt, sammelt einen Schatz an, der ihm im Alter mehr nützt, als Renten- und Pensions-Versprechen, die höchstens noch für Politiker erfüllt werden. Mit Gold und Silber können Sie selbst dann noch bezahlen, wenn im ehemaligen Deutschland Türkisch zur ersten Amtssprache geworden ist.

Es gibt drei wirkliche Säulen der Altersversorgung, die durch alle Inflationen und Kriege die Altgewordenen versorgt haben: Die staatliche Rente nach dem Umlageverfahren, die im Großen nachvollzieht, was früher in der Großfamilie im Kleinen passiert ist. Diese Rente erfordert jedoch Kinder, keine Abtreibungen.

Die zweite Säule ist die Ansparung bleibender Werte. Das war mit der alten D-Mark möglich, mit der DDR-Mark jedoch nur bis 1989, bis zum Ende dieses Staates. Der Euro dürfte kaum die nächsten fünf Jahre überleben, nach meiner Ansicht geht es sogar noch schneller. Gold und Silber hingegen behalten ihren Wert, auch noch in 20 oder 50 Jahren.

Die dritte Säule ist das Alterseinkommen. Zinsen, Mieteinnahmen und Patent-Lizenzen kassieren nur ganz wenige Privilegierte, für die Mehrzahl der Leute erfordert das Arbeit, aber eben altersgerechte Arbeit. Und hier haben wir alle noch unsere Hausaufgaben zu erledigen, denn auf die Politik können wir uns hierbei noch weniger verlassen als sonst. Alte Politiker haben ausgesorgt, liegen nur noch dem Volk auf der Tasche, erhalten obendrein noch hohe Honorare für gelegentliche Vorträge und verscherbeln natürlich ihre Memoiren. Für sich selbst haben diese Herrschaften längst altersgerechte Arbeit gefunden, das Volk interessiert nicht.

© Michael Winkler