Religion (5.1.2011)

Ich möchte mit einem kleinen Ausflug in die Astronomie beginnen, zur Astrologie überleiten und mit diesen Voraussetzungen bei der Religion ankommen. Religion läßt sich nicht rational erklären, sondern nur emotional. Sie ist ein seelisches Phänomen, und Seele bedeutet in diesem Fall Gefühl.

Die Erde dreht sich, stabilisiert durch den Mond, scheinbar so präzise, daß man die Uhr danach stellen kann. Genau das hat man früher auch getan, nach dem höchsten Sonnenstand um zwölf Uhr Mittags. Inzwischen gibt es Uhren, die noch genauer sind als die Erde, mit der kuriosen Folge, daß man diese genauen Uhren nach der Erde stellt, also gelegentlich die eine oder andere Schaltsekunde einfügt. Letztlich bestimmt die Erde unser Leben und nicht die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig mit ihren Atomuhren.

Allerdings dreht sich die Erde nicht ganz so gleichförmig und langweilig, denn die Erdachse "eiert" ein wenig. Diese Erscheinung nennt die Astronomie "Präzession", das "Voranschreiten". Die Astrologie spricht vom "großen platonischen Jahr." Astronomisch bedeutet dieses Phänomen, daß eine Achse, die Jahr für Jahr am 21. März um 12 Uhr Mittags, Greenwich-Zeit, vom Mittelpunkt der Erde zum Mittelpunkt der Sonne gezogen wird, ein wenig anders ins Universum hinauszeigt. Den Punkt, an dem die Sonne in diesen Augenblick von der Erde aus gesehen steht, nennt die Astrologie den Frühlingspunkt.

Die westliche Astrologie betrachtet diesen Punkt als Eichgröße und sagt, dies sei "Null Grad Widder". Astronomisch war das vor gut 2.000 Jahren tatsächlich der Fall, inzwischen steht die Sonne an diesem Zeitpunkt irgendwo in der Nähe von Null Grad Wassermann. Die indische Astrologie berücksichtigt übrigens den astronomischen Sternenhimmel, weshalb dort aus einem königlich-herrschsüchtigen Löwen schnell ein häuslich-putzfreudiger Krebs wird.

Der astronomische Punkt wandert in etwa 2.160 Jahren durch ein Tierkreiszeichen, und zwar gegen den Uhrzeigersinn. Wenn Sie wissen wollen, wo der Frühlingspunkt im Jahr 2011 steht, fragen Sie am besten einen Astrologen. In dieser Beziehung gibt es nämlich ein Problem wie bei den alten mechanischen Uhren: Hatten Sie eine davon, haben Sie auf die Sekunde genau gewußt, wie spät es ist. Hatten Sie zwei oder mehr, konnten Sie würfeln, welche der unterschiedlichen Zeiten wohl der Wahrheit am nächsten käme.

Die astrologische Gemeinde ist sich jedoch weitestgehend einig, daß irgendwann zwischen 1900 und 2200 nach Christus besagter Frühlingspunkt im Zeichen Wassermann ankäme und dann das Zeitalter des Wassermannes anbräche. Neudeutsch heißt das natürlich "the Age of Aquarius" und ja, das Lied aus dem Musical Hair gefällt mir. Trotz ihrer exakten Berechenbarkeit ist die Astrologie eine Erfahrungswissenschaft (oder auch Hokuspokus, Augenwischerei). Die Kunst liegt darin, aus dem nüchternen Symbolbild eines Horoskops brauchbare Schlüsse zu ziehen. Nach etwa einem halben Jahr haben Sie das Grundvokabular gelernt, ab dann bringt Ihnen der Lehrmeister bei, damit Ratsuchende zu beeindrucken. Wenn Sie sich in drei bis fünf astrologische "Schulen" eingearbeitet haben, besitzen Sie schließlich die Erfahrung, um wirklich mit einem Horoskop umzugehen.

Für diesen Artikel reicht es jedoch, wenn Sie wissen, daß ungefähr von 4.000 bis 2.000 vor Christus der Frühlingspunkt im Stier gelegen hat, von 2.000 vor bis Christi Geburt im Widder, von Christi Geburt bis 2.000 nach in den Fischen und ab 2.000 im Wassermann. Mit genaueren Zahlen sollen sich Astrologen, Astronomen oder Historiker beschäftigen, das Thema dieses Artikels ist Religion und das werden Sie gleich merken.

Ob Sie nun an den gütigen alten Mann mit dem weißen Bart glauben, der eines schönen Tages "Es werde Licht!" gesagt hat, oder an eine Quantenfluktuation, die einen Urknall ausgelöst hat, in irgendeiner Form wurde dieses Universum in die Existenz gerufen. "Etwas", der liebe Gott oder Charles Darwin, hat das Leben geschaffen und es schließlich dazu befähigt, über einen gütigen alten Mann oder eine allmächtige Quantenfluktuation nachzusinnen. Dieses Nachsinnen und die Schlußfolgerungen daraus nennen wir Religion.

Ich möchte mit einem Buch beginnen, das wegen ständiger Gewaltverherrlichung, fortgesetzten Aufrufen zu und Rechtfertigungen von Völkermorden und ethnischen Säuberungen schon in vergangenen Zeiten mit weniger rigiden Jugendschutzgesetzen in den massivsten Giftschrank gesperrt oder schlichtweg auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre, hätte man es nicht zur "Heiligen Schrift" erklärt: das "Alte Testament", die Legendensammlung des Judentums.

Der allmächtige, allwissende Gott ähnelt darin einem Superhelden, den sich ein Erstklässler einbildet, der einen Beschützer bei Streitereien auf dem Pausenhof haben möchte. Das Wesen, das mit einem Wort ein ganzes Universum geschaffen hat, muß einen popeligen Pharao, der über weniger Untertanen verfügt als die heutige Schweiz Einwohner hat, mit Mafiamethoden dazu bringen, eine Horde undankbarer Sklaven laufen zu lassen. Wobei der Pharao überdies noch eine bessere Kinderstube hatte als Don Jahwe di Zebaotti, denn jeder derart bedrängte Mafioso hätte besagte Sklavengruppe großzügig ausgedünnt.

Harry Potter hätte die Israeliten mit ein bißchen Wutschen und Wedeln ins gelobte Land versetzt und auf gleiche Weise die dortigen Einwohner als Ersatzsklaven zum Pharao geschickt. Der allmächtige und allwissende Gott des Alten Testaments muß als leibhaftige Rauch- bzw. Feuersäule durch die Wüste voranstiefeln. Am Berg Sinai weiß er nicht, daß seine auserwählte Gefolgschaft da unten eine Discoparty mit dem goldenen Kalb feiert und sein rabiater Bote besser unzerbrechliche Steintafeln bekommen sollte. Aus erzieherischen Gründen jagt er sein Volk danach 40 Jahre in die Wüste.

Von dem großen Reich des Königs David hat kein anderes Volk Notiz genommen, und die Supermacht, die sein Nachfolger Salomon regiert hatte, spielt in der Geschichte genauso Verstecken. Der unüberwindliche Samson hat nie gelebt und die babylonische Gefangenschaft betraf gerade mal 30 Familien aus Jerusalem, einem heruntergekommenen oder besser, noch lange nicht zur Stadt aufgestiegenen Bergdorf.

Ich möchte mich jetzt dem religiösen Inhalt zuwenden. Da finden wir das Goldene Kalb, also einen jungen Stier. Dieses Kalb ist das Sinnbild für einen ägyptischen Gott, aus dem vergangenen Stier-Zeitalter. Der Stier ist in der Astrologie ein Erdzeichen, konservativ, fruchtbar, nährend... Folglich sprechen die Partygänger auch von den Fleischtöpfen Ägyptens, nach denen sie sich sehnen. Ägypten hat im Stierzeitalter gelernt, den fruchtbaren Schlamm des alljährlichen Nilhochwassers auszunutzen, Ägypten hat große Erd- und schließlich Steinhaufen aufgeschichtet, die noch heute als Pyramiden herumstehen. Ein wenig weiter rechts auf der Landkarte liegt Arabien und drüber finden wir den amerikanisch befreiten Irak, das damalige Zweistromland. Auch dieses Land blühte im Stierzeitalter auf, damals wurden Bewässerungsgräben gebaut (die später von den Mongolen zerstört worden sind - die islamischen Herrscher haben es nicht geschafft, sie wieder zu reparieren) und Steinhaufen aufgeschichtet (z.B. der Turm zu Babel, die Zikkurats).

Moses gehört ins Widder-Zeitalter, deshalb wird er gelegentlich sogar mit Hörnern dargestellt. Das Judentum ist eine Widder-Religion, eine Ausgeburt dieses Zeitalters. Widder steht für Kraft, Aggression, Kampf, Aufbruch und Durchsetzung. Deshalb braucht sich niemand darüber zu wundern, daß die Legendensammlung einer Widder-Religion von Tod, Eroberung und Völkermord handelt. Natürlich finden wir dort auch den Monotheismus, der von Pharao Echnaton übernommen wurde (der nach einigen Quellen das Vorbild für die Kunstfigur Moses gewesen ist), und die hochgelobten zehn Gebote, die zum einen selbstverständliche Moralregeln ("Du sollst nicht stehlen, morden, ehebrechen...") enthalten, zum anderen eine Teilmenge jener 52 "Sünden" sind, die laut dem ägyptischen Totenbuch auf dem Weg ins Jenseits abgestritten werden müssen ("Ich habe nie gestohlen, gemordet, die Ehe gebrochen...").

Echnaton war die Gegenbewegung des Gewalt-Zeitalters, seine Ansichten wurden durch die Priesterschaft des Amun hinweggefegt. Kriegerkönige führten fortan Schlachten, gegen die Hethiter und andere Großmächte. Groß-Israel war den Ägyptern keine Fußnote wert. Zeus und Jupiter, die Götter Griechenlands und Roms, waren ebenfalls Kriegsgötter, auch wenn der römische Mars dieses Zeitalter am besten verkörperte. Rom erkämpfte die Macht, führte Kriege und eroberte andere Völker. Und ja, die römischen Kriege haben mehr Opfer gefordert, als in den Legenden der jüdischen Bibel hingeschlachtet werden. Anders als die Bibel hat Rom jedoch darauf verzichtet, besiegte Völker auszurotten, sondern sie als Sklaven beherrscht.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, daß die germanische Götterwelt, daß Thor und Odin, ebenfalls Götter dieses Widderzeitalters sind. Der gottesfürchtige Germane stirbt im heldenhaften Kampf auf dem Schlachtfeld, wird von den Walküren (kriegerischen Jungfrauen) nach Walhall gebracht, wo er mit Gleichgesinnten bei Tag jagt und kämpft, um am Abend, an dem alle geschlagenen Wunden schnellstens ausheilen, gewaltige Zechgelage zu feiern. Das Heldenheer versammelt Wotan für einen ganz bestimmten Zweck: für die große Schlacht in der Götterdämmerung, also für den größten Kampf aller Zeiten. Die Religion wird so zu einer großen Phantasie kämpferischer Raufbolde - Widder in Reinkultur.

Kommen wir nun zu der fischigsten aller Fische-Religionen, deren erstes Zeichen nicht das Kreuz, sondern der Fisch gewesen ist: dem Christentum. Hier wird es kompliziert, weil das Christentum aus mindestens vier Teilen besteht: den Lehren Jesu, den Legenden über Jesus, dem Paulinischen Gift und dem Herrschaftsanspruch der Amtskirche.

Den Unterschied zwischen einer Widder- und eine Fische-Religion erleben Sie, wenn Sie einem Odins-Krieger die andere Wange hinhalten und dieser ohne Gewissensbisse zuschlägt. Der Widder ist ein kraftstrotzender Rabauke, der Fisch ganz unterwürfige Sanftmut. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, segne, die dich verfluchen, halte die andere Wange hin - das ist der Ausdruck der Fische. Das hat nichts mit der täglichen Lebenswirklichkeit zu tun, selbst wenn bei der Geburt eines Menschen die Sonne im Sternzeichen Fisch gestanden hat, kann dieser durchaus ein Raufbold und sogar Massenmörder sein. Es geht bei dieser Typisierung nur um das Grundgefühl eines Zeitalters. Die von ihrem Glauben gebotene Nächstenliebe und die sanftmütige Grundstimmung des Zeitalters haben keinen Konquistador oder US-Amerikaner davon abgehalten, die amerikanische Urbevölkerung zu Millionen abzuschlachten.

Die Hingebung, das Lamm Gottes, das sich hingibt für die Sünden der Welt, das ist der Fische-Charakter des Christentums. Aber das ist nur ein Teilaspekt. Der zweite Aspekt sind die Legenden im neuen Testament. Die Geburt mußte in Bethlehem stattfinden, weil das einer alten jüdischen Prophezeiung entsprach. Der Kindermord des Herodes mußte stattfinden, um die Auserwähltheit des Kindes hervorzuheben (das gleiche Thema wurde schon bei "Moses" verwendet). Die Wunder mußten hineingeschrieben werden, um die Göttlichkeit hervorzuheben, die tödliche Kreuzigung und die Wiederauferstehung mit anschließender Himmelfahrt stützen diese Göttlichkeit noch mehr.

Ohne diese Legenden hätte das Christentum eine durchaus beachtliche Botschaft, denn die Lehre, im Gegenüber den Nächsten zu sehen, den Bruder oder die Schwester, dem man durchaus Verfehlungen vergeben kann, ist revolutionär. Hasse deinen Nächsten wie dich selbst? Was halten Sie von dieser Botschaft? In dieser Form praktizieren wir das Christentum bereitwillig, weil nur relativ wenige Leute sich selbst wirklich lieben.

Der jüdische Klerus der damaligen Zeit war Kummer gewöhnt, ein einheitliches Judentum gab es nicht, dafür eine Menge Prediger, die alles besser wußten. Der Talmud, der regelt, wie ein Jude zu leben und zu denken habe, war damals noch nicht verfaßt. Johannes der Täufer, ein anderer Prediger, durfte ungestört seine Mitmenschen in den Jordan tunken, erst als er anfing, gegen den Lebenswandel von König Herodes zu hetzen, wurde er einkassiert. Joshua ben Nazareth hätte gerne weiterhin von Bergen predigen dürfen, hätte er nicht die wichtigste Einnahmequelle der jüdischen Priester angegriffen: die Geldwechsler und Händler im Tempel. Glauben Sie bitte nicht, daß die damaligen Priester naiv gewesen waren. Wer seine Geschäfte im Schutz der Kirche betreibt, muß für diese Lizenz zum Gelddrucken ein beträchtliches Schutzgeld entrichten.

Beim Geld hörte zumindest unter den damaligen Juden die Freundschaft auf. Da wurde eine Anklage zurechtgebastelt und auf Pontius Pilatus gehöriger Druck ausgeübt. Der römische Statthalter wollte nicht so recht, er hat zunächst versucht, den Prediger mit einer einfachen Körperstrafe davonkommen zu lassen. Die jüdischen Geistlichen waren damit nicht zufrieden und haben auf eine Hinrichtung bestanden. Bei einer Kreuzigung stirbt man nicht sofort, das dauert Stunden, womöglich sogar Tage. Die jüdischen Geistlichen hatten vermutlich keine Lust, die ganze Zeit vor dem Kreuz herumzustehen, weshalb es durchaus möglich ist, daß der "Leichnam" noch recht lebendig gewesen war, als ihn gute Freunde heruntergeholt hatten. Pontius Pilatus hat ebenfalls ein Auge zugedrückt, ihm war die erzwungene Hinrichtung nach wie vor unangenehm. So wurde Jesus gerettet, kurierte seine Wunden aus und trat dann ganz lebendig seine Flucht aus dem unheiligen Land an.

Ist das Ketzerei? Nein, das ist die offizielle Lehre einer anderen Fische-Religion, des Islam. Dort hat Jesus überlebt, er gilt als großer Prophet, wenn auch nicht ganz so groß wie Mohamed. Immerhin, am jüngsten Tag der Mohamedaner kommt Jesus vom Himmel zurück, nicht der noch größere Prophet. Nebenbei, auch christliche Sekten hatten andere Ansichten verkündet. weshalb die Amtskirche diese ganz christlich ausrotten ließ.

Der dritte Teil des Christentums, das Paulinische Gift, besteht darin, sehr viel jüdische Widder-Religion ins Christentum zu schaufeln. Das Alte Testament, die Aufzeichnung der von Juden verübten Völkermorde in der Antike, wurde in das Christentum hineingezwängt. Die Christen sollten laut der reinen Lehre Gottes Kinder sein, Brüder und Schwestern des Joshua ben Nazareth, dank Paulus wurden daraus Schafe, die von der Amtskirche gehütet wurden.

Der vierte Teil des Christentums, die Amtskirche, pervertierte diese Religion endgültig. Der hingebende, duldende Gehorsam, der das zentrale Merkmal einer Fische-Religion ist, wurde ausgenutzt, um dem Staat brave Untertanen zu verschaffen. Ob Kaiser Konstantin oder Karl der Große - die Botschaft an die Untertanen war, man müsse nur gehorsam auf Erden sein, alles Leid geduldig ertragen, um dann im Himmel belohnt zu werden. Das alles hat lange wunderbar funktioniert, bis Papst und Kaiser sich darüber zerstritten, wer denn nun Schäfer und wer Hütehund für die große Herde sei. Als Schäfer stellte sich schließlich der König von Frankreich heraus, der die Päpste nach Avignon holte und amüsiert zuschaute, wie sich der Kaiser mit seinen Kurfürsten herumstritt.

Die Marketing-Abteilung der Kirche hatte schließlich die geniale Idee, das Hauptprodukt "Seelenheil" gewinnbringend zu vermarkten. Die Herren schlossen ein Joint-Venture mit dem Großbankhaus Fugger und schickten die Drücker-Kolonnen los, um "Seeligkeits-Zertifikate" an unbedarfte Bürger zu verkloppen. (Ähnlichkeiten mit den Produkten US-amerikanischer Großbanken mit jüdischen Gründervätern sind rein zufällig.) Die Werthaltigkeit dieser Zertifikate konnte leider niemals nachgewiesen werden.

Es folgte die Reformation, in der ein Martin Luther ein paar liebe alte Gewohnheiten des katholischen Klerus abschaffte. Anders als der Religionsgründer verbündete er sich dabei mit der weltlichen Obrigkeit, was dieser die bisherigen Kirchenpfründen eintrug und die Geldwechsler aus dem Tempel in die Bankpaläste trieb. Den Herren Müntzer und Calvin waren die lutherischen Reformen übrigens nicht streng genug, die haben das noch weiter getrieben.

Können Sie sich Friedrich den Großen als sinnenfrohen Barock-Fürsten vorstellen? Preußen war sittenstreng und evangelisch, hier trieb die Reformation die letzte Blüte des Christentums. Mit der heutigen evangelischen Kirche hat dies allerdings wenig zu tun, diese zeichnet sich durch besonders lockere Sitten und selbstaufgebender Toleranz aus.

Christentum und Islam sind beide Religionen des Fische-Zeitalters. Beide zeichnen sich dadurch aus, daß die Religion die Unterwerfung der Gläubigen fordert, die Ausrichtung des Lebens nach den Geboten der Religion. Das talmudische Judentum gehört ebenfalls zum Fische-Zeitalter, hier bekommt der Gläubige ebenfalls vorgeschrieben, was er zu tun und zu lassen hat. Sie haben bestimmt schon Muslime beim Beten gesehen, die Abfolge aus Aufstehen, Hinknien, Sich-zu-Boden-werfen. Das ist die typische Gestik einer Fische-Religion. Der Germane trat seinem Widder-Gott Donar aufrecht gegenüber, als Krieger vor einen Kriegerfürsten.

In Christentum, Islam und Judentum steckt jedoch das unselige jüdische Erbe aus der Widder-Zeit, die Gewalt- und Vernichtungsorgien der jüdischen Legenden im alten Testament. Aus diesem Erbe stammt der Eroberungs-, Missionierungs- und Unterwerfungsdrang, den alle drei Religionen unverhohlen zeigen. Christliche Priester dürften mehr Waffen gesegnet haben, als ihre andersgläubigen Kollegen in allen Zeiten zusammen. Sucht man nach den Finanziers der christlichen Kriege finden sich - sicher rein zufällig - sehr häufig Juden. Mit dem Islam verbinden die Angegriffenen fast immer den Begriff des "Dschihads", des "heiligen" Krieges. Zwar wird hin und wieder behauptet, dieser Dschihad sei eher ein philosophisches Konzept, doch die meisten Mohamedaner und deren Opfer wissen, daß der Dschihad mit ganz realen Waffen und ganz realen Strömen von Blut ausgefochten wird.

Die gefürchtetste muslimische Waffe sind die Selbstmord-Attentäter. Das ist Fische-Zeitalter in Reinkultur, die Selbstaufopferung im Dienst der höheren Sache. Der Märtyrer, der vom Feind hingemordete Glaubensgenosse, wird als psychologischer Vorteil in allen drei Fische-Religionen eingesetzt. Die Holocaust-Vergasungen stehen auf der gleichen Stufe wie die lebenden Christen-Fackeln von Kaiser Nero.

Eine weitere Fische-Eigenschaft ist das Mysterium, das Verborgene. Nur die Priester wissen das Wort Gottes zu deuten, den Schafen war es früher sogar verboten, eine Bibel zu besitzen. Der Glaube darf nicht diskutiert werden, die Lehren der Kirche sind so unantastbar wie die Suren des Korans. Auch der Holocaust, der letzte Auswuchs einer Fische-Religion, ist ein Mysterium, das sich nur seiner Priesterkaste erschließt, während alle Anderen es bedingungslos zu glauben haben, bei Strafe eines Inquisitionsgerichts. Heiligengeschichten berichten von Wundern, die Gott gewirkt hat, doch dem gewöhnlichen Gläubigen ist es untersagt, Gott zu versuchen, also ein Wunder als Beweis für die Richtigkeit des Glaubens zu verlangen.

Jesus ging in die Verborgenheit des Himmels, um dereinst in Herrlichkeit wiederzukehren. Der zwölfte Mahdi ging in die Verborgenheit, um dereinst die gläubigen Schiiten unter seiner Fahne zu vereinigen. Eine weitere Zivilreligion des Fische-Zeitalters, die Freimaurer, leben durch ihre Verborgenheit, durch ihre geheimen Riten. Der einfache Gläubige kennt nur wenige Geheimnisse, die Einweihungen werden immer umfassender, je höher der Betreffende in den Graden und damit der Hierarchie aufsteigt.

Das Fische-Zeitalter geht jedoch unweigerlich zu Ende und mit ihm brennen die Religionen des Fische-Zeitalters aus. Die heilige katholische Kirche hat ihre Weltmission aufgegeben, sie sucht den Dialog mit den "älteren Brüdern", den Juden, und den geschätzten Verwandten, dem Islam. Die sittenstrenge evangelische Kirche hat alles aufgegeben, was sie früher ausgezeichnet hatte, zu Gunsten einer konturlosen allumfassenden Toleranz. Das Judentum ist längst eine Empörungsreligion, die über die Jewish Claims Conference alles abgreift, was einmal jüdischer Besitz gewesen sein könnte, die über die Anti-Defamation-Legue gezielt das Bild der Juden in den Medien steuert, die sich über den Zentralrat der Juden in Deutschland unablässig in die Politik einmischt. Zwar praktiziert der heutige Judenstaat den Völkermord nicht so umfassend, wie er im Alten Testament geschildert wird, Israel hat es trotzdem nicht geschafft, friedlich in gesicherten Grenzen zu leben. Der Islam ist dabei, die ganze Welt gegen sich aufzubringen. Muselmanische Selbstmordattentäter bestimmen das Bild dieser Religion, wobei diese Leute auch noch in der Mehrzahl ihre eigenen Glaubensbrüder in die Luft sprengen.

Fische-Religionen haben ihren Zweck erfüllt, jetzt beginnt die Zeit des Wassermannes. Der Wassermann vertritt die Prinzipien von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - aber nicht in der Perversion der Freimaurer. Die Freiheit bezieht sich nicht auf die Wirtschaft, denn da wird sie nur zur Ausbeutung der Schwächeren mißbraucht. Die Gleichheit bezieht sich nicht auf die Wissenschaft, denn da wird sie nur zur Gleichmacherei, die den Fortschritt und die neuen Ideen hemmt. Die Brüderlichkeit bezieht sich nicht auf die Justiz, denn die Logenbrüderlichkeit hat nur zum größtmöglichen Unrecht für alle ausgewachsen.

Vor dem Gesetz hat die Gleichheit zu herrschen, da dürfen weder Politiker noch die "Zuwanderer" gleicher sein als alle anderen. Politisch bedingte Unrechtsurteile gehören nicht in dieses neue Zeitalter. Die Brüderlichkeit in der Wirtschaft bewirkt, daß im Gegenüber kein Ausbeutungsobjekt gesehen wird, sondern der Mitmensch, der Nächste, den jeder genauso achten und respektieren soll, wie er sich selbst achtet und respektiert. Die Freiheit der Wissenschaft ist die Voraussetzung für die Fortentwicklung der Menschheit. Diese Freiheit bedeutet jedoch auch die Freiheit von kommerziellen Interessen, von Gefälligkeitsgutachten, von Klimalügen zwecks Erhalts der eigenen Professorengehälter.

Der Wassermann ist ein Luftzeichen, ein Zeichen des geistigen Elements. Beim Wassermann geht es um Wissen und Verstehen, nicht mehr um Hinnehmen und Glauben. Der Wassermann wünscht den freien aufrechten Menschen, nicht den Unterwürfigen, der im Staub kriecht und sich selbst noch erniedrigt. Das ungreifbare Mysterium, den gestaltlosen, unberechenbaren Gott, der wurde uns im Fische-Zeitalter gelehrt. Im Wassermann-Zeitalter ist Gott der Gegenüber, er ist begreifbar geworden, kein Mysterium, sondern eine gedankliche Gegenwart.

Wassermann ist geistige Auseinandersetzung, kein physisches Abschlachten der Gegner mehr. Wassermann ist Wissen, nicht bluffen mit Geheimnissen wie im Fische-Zeitalter. Die Weisheiten, die Erkenntnisse des Christentums, das erste Viertel, paßt in das neue Zeitalter. Es ist der Weg, der einst von Echnaton beschritten wurde. Wir dürfen nur nicht den gleichen Fehler begehen, der dem amtlichen Christentum aufgezwungen worden ist, das Paulinische Gift, die Eingliederung des völkermordenden Erbes aus dem Alten Testament.

In der Astrologie gibt es harmonische und disharmonische Aspekte. Widder und Wassermann stehen in Harmonie, Stier und Wassermann in Disharmonie. Fisch und Wassermann sind zueinander neutral. Sammeln wir jetzt die Teile auf, so ergibt sich das Bild einer neuen Religion. Wir sollten allerdings die Teile sorgsam auswählen, anstatt uns bei den Orientalen zu bedienen. Wir haben unsere eigene Widder-Religion.

Ich sehe die Bestrebungen gewisser Kreise, eine Art neuheidnisches Germanentum zu leben, sich zu Wotan und Odin, zu Thor und Donar als Götter zu bekennen. Diese Ansichten entstammen einem früheren Zeitalter, die schönen Prügeleien und Walhall sind entschwunden. Doch gerade dort finden wir eine Beschreibung der Gegenwart, respektive der nahen Zukunft: die Götterdämmerung. Sehen Sie sich Deutschland an, da liegt der Schnee des Fimbulwinters zwar nicht seit Jahren bis über die höchsten Baumspitzen, doch das Land ist in geistiger Erstarrung umfangen. Der bevorstehende Zusammenbruch der Weltwirtschaft wird zu jener Not und Bedrängnis führen, die in der Götterdämmerung angekündigt sind - so, wie sie in der Johannes-Offenbarung der Bibel stehen, wie Nostradamus oder Irlmaier sie angekündigt haben. Nach der Götterdämmerung entsteht eine neue Welt.

In der Götterdämmerung gehen die alten Götter unter, Odin und Thor verschwinden. Das neue Zeitalter ist die Zeit von Baldur und Ostara, die neuen, lichten Götter einer neuen, lichten, besseren Welt. Baldur und Ostara sind keine wirklichen Götter, sondern die wirkenden Kräfte dieses neuen Zeitalters. Wir dürfen den Schöpfer des Universums gerne "Fimbultyr" nennen oder auch "Vater der Sonne", der einfache, ganz natürliche Name für ihn ist Gott. Das ist kein Don Jahwe di Zebaotti, kein Mafiaboß mit mystischen Mitteln, sondern nur die große zentrale Kraft, die dieses Universum eingerichtet hat.

Verwechseln Sie Gott bitte nicht mit einem wildgewordenen Maschinisten, der auf Gebet an Millionen von Schaltern und Reglern herumfuchtelt, um ein paar Effekte zu bewirken. Die Briten haben zwei Weltkriege nicht deshalb gewonnen, weil sie mehr gebetet haben als die Deutschen, sondern weil sie diese Kriege mit besonderer Skrupellosigkeit zu Weltkriegen ausgeweitet haben und gnadenlos gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen sind, im ersten Weltkrieg mit einer Hungerblockade, im zweiten Weltkrieg mit Bombardierungen von Wohngebieten und Versorgungslinien.

Baldur, die säende, belebende, befruchtende Kraft, der Sonnenvater, der uns die Kraft zum Leben gibt, Ostara, die Himmelskönigin, die tröstende Mutter, die Fürsprecherin, die Segenspenderin, sind geistige, von uns Menschen geschaffene Kräfte, auf die wir unsere Gedanken projizieren, um von ihnen geistigen und seelischen Halt und Hilfe zu erlangen. Mit Baldur und Ostara bewegen wir uns auf der schöpferischen Achse des Tierkreises, auf der sich Wissen und Forschungsdrang des Wassermannes mit der schöpferischen Kraft des Löwen verbindet.

Die Mechanismen, durch die gottähnliche Kräfte entstehen, habe ich in meinem Buch "Die spirituelle Welt" geschildert, auch das, was am Christentum erhaltenswert ist. Es mag sein, daß dieser Text der Auftakt zu einer Erweiterung jenes Buches führen wird, zum "Katechismus", der diese "Bibel" um die praktische Glaubensanleitung ergänzt. Wenn, dann gehört ein solches Buch zur Götterdämmerung, zur Erschaffung einer neuen Welt.

Religion dient einem wichtigen Zweck, der Rückverbindung der Menschen zu Gott, zu seiner Seele, zu dem, was jenseits seiner eigenen Existenz liegt. Die Religion ermahnt uns, unsere Grenzen zu erkennen und danach zu streben, sie zu überschreiten und auszuweiten. Im Fische-Zeitalter wurde die Religion benutzt, um Menschen zu unterwerfen, sie unter die Fuchtel einer von Menschen geschaffenen mythischen Macht zu zwingen. Der Pastor, der Hirte, der die Schafe auf die Weide führt und ihr Leben bestimmt, leitete diese Religion, sei es als Pfarrer, als Rabbi oder Imam. Haßprediger haben alle diese Religionen hervorgebracht, jeder hat die Schafe in den Kampf gehetzt.

Religion ist keine Massenveranstaltung, sondern ein individuelles Recht. Ich spreche zu meinem Gott, wenn Sie ein Bild benötigen, dann nehmen Sie einen Kristall von der Größe der Sonne. Ich kleiner Mensch vermag nur eine einzige Facette dieses Kristalls zu überblicken, eben meinen Gott, so, wie sich der Kristall für mich darstellt. Sie sehen eine andere Facette, Ihren Gott, der ganz anders aussehen mag, und doch sind alle diese Facetten Teil eines Ganzen, eines Ganzen, das zu groß ist, um es in seiner Größe zu überblicken. Baldur und Ostara sind Teile dieser Facetten, die uns helfen, den Zugang zu unserem Gott zu erlangen.

Wenn die Welt, so wie wir sie kennen, zusammenbricht, dann werden wir etwas brauchen, was uns Halt gibt. Die alten Religionen werden dies nicht mehr leisten können, zu sehr wurden sie vom Geist der Moderne ausgehöhlt. Das Mystische, die Rückverbindung nach oben, das Aufzeigen der Facette, das haben sie aufgegeben, im Dienste der Macht. Wer sich ernsthaft um das Überleben der Krise bemüht, wird eben diese Rückverbindung brauchen.

Vor uns liegt ein neuer Weg, den wir mit Selbstvertrauen beschreiten sollten.

© Michael Winkler